Ratgeber Karriere

Karriereperspektiven in Anwenderunternehmen

Karriereratgeber 2017 – Michael Kuchenbuch, Pape Consulting Group

09.02.2017
Vom 9. bis 22. Februar beantwortet der Münchner Personalberater Michael Kuchenbuch im CW-Karriereforum Fragen rund um Karriereperspektiven in Anwenderunternehmen sowie Beratungs- und Softwarehäusern.

Der Diplomökonom Kuchenbuch ist Managing Partner bei der Pape Consulting Group und kann auf eine umfassende Erfahrung als IT-Berater, IT-Manager und Personal-Manager verweisen. Er war über 25 Jahre in der IT-Branche in diversen Fach und Führungsfunktionen aktiv und sammelte auch internationale Management-Erfahrung in Europa und Asien.

Michael Kuchenbuch ist Managing Partner bei der Pape Consulting Group.
Michael Kuchenbuch ist Managing Partner bei der Pape Consulting Group.
Foto: Pape Consulting Group

Seine Karriere startete er im SAP-Umfeld, wo Kuchenbuch als Berater und danach als Leiter Qualitäts- und Prozess-Management agierte, später zum IT-Leiter aufstieg. Weitere Stationen seines Manager-Daseins waren unter anderem die Leitung von vier Vertriebsstandorten und weltweite Verantwortung für das Personalwesen eines IT-Dienstleisters.

Stellen Sie Ihre Fragen an Michael Kuchenbuch einfach unterhalb dieses Beitrags über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden dann zeitnah beantwortet. (hk)

 

Michael Kuchenbuch

Hallo Herr Scholz,

rein von der Zahl der angebotenen Stellen ist Ihre Annahme sicherlich richtig.
Aber lassen Sie mich Sie nochmals dazu ermuntern, nach Ihren persönlichen Neigungen zu gehen. Wenn Sie nur der vermeintlich besseren Job-Aussichten wegen sich auf einen Bereich "stürzen", der Ihnen letztlich gar nicht so sehr liegt, dann werden Sie weder richtig gut noch zufrieden und in der Folge auch keine besseren Jobchancen haben. Wenn Sie hingegen mit vollem Elan ein vermeintliches Spezial- oder Randthema besetzen und sich dort große Expertise erarbeiten, werden Sie einen guten Job finden, der Ihnen Spaß, Erfüllung und Geld bringt. Und das gilt selbst dann, wenn Sie sich später in neue Themen (oder auch Module) einarbeiten müssen. Da liegt dann der Erfolg an der richtigen Einstellung.

Herzliche Grüße

Michael Kuchenbuch

Jendrik Scholz

Guten Tag Herr Kuchenbuch,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort und Ihre Tipps, um in Zukunft gut eine Inhouse-Stelle zu erhalten!

Eine Rückfrage habe ich noch: Meinen Sie, dass man mit einer Spezialisierung innerhalb von SAP BW auf die Planung (wie SAP BW-IP) geringere Chancen auf eine Inhouse-Stelle hat, als mit anderen SAP BW-Themen wie beispielsweise Frontend, „klassisches“ Backend, etc?

Mit freundlichen Grüßen

Jendrik Scholz

Michael Kuchenbuch

Sehr geehrter Herr Scholz,

Ihre Einschätzung teile ich. In der Tat werden klassische Inhouse-Positionen im BW Umfeld nicht so häufig nachgefragt wie z.B. im Logistik-Umfeld. Zudem finden Sie deratige Positionen fast ausschließlich bei Großunternehmen, was die Zahl an Jobangebotenen zusätzlich verkleinert.

Grundsätzlich ist der von Ihnen eingeschlagene Weg unter Karrieregesichtspunkten genau richtig, da Inhouse-Positionen sehr gerne mit Kandidaten aus der Beratung besetzt werden. Und wenn Ihnen BW Spaß macht, dann sollten Sie das auch weiter verfolgen. Ihre Chancen für die Zeit nach der Beratung können Sie steigern, indem Sie versuchen, in Projekte hineinzukommen, die nicht reine BW-Projekte sind und so Ihre SAP Kenntnisse zu verbreitern. Ganz gut ließe sich das z.B. mit FI/CO kombinieren.
In Zeiten des disruptiven Wandels wird natürlich auch HANA zunehmend nachgefragt. Wenn Sie dann 2 oder 3 SAP "Standbeine" haben, werden Sie sehr gute Chancen haben, eine Inhouse-Position zu bekommen. Bei mittelständischen Unternehmen beobachte ich dabei eher die Bereitschaft, Kandidaten als Inhouse-Consultants einzustellen, die fachlich nicht 100%ig die gewünschten (SAP)-Voraussetzungen mitbringen. Wenn die Grundlagen da sind, kann man in die meisten Betreuungsbereiche hineinwachsen. Konkret hab ich gerade für ein größeres mittelständisches Unternehmen EWM-Positionen besetzt mit Kandidaten, die bisher "nur" SD und MM Projekte hatten. Nach einigen Monaten der Einarbeitung und Fortbildung haben diese Mitarbeiter das notwendige EWM Know How.

Also, ich rate Ihnen, Ihren Interessen und Neigungen zu folgen und sich dort (also in BW) die nötige fachliche Tiefe anzueignen und zusätzlich eine gewisse Bandbreite abzudecken. Das wäre am effektivsten durch die Mitarbeit in größeren, modul-übergreifenden Projekten. Lassen Sie sich Ihre Projektarbeit testieren und führen Sie eine Projektübersicht. So können Sie später Ihrem potentiellen Arbeitgeber gegenüber Ihre Projekterfahrung leicht nachweisen. Aus meiner Sicht haben Sie so beste Karriereaussichten.

Herzliche Grüße

Michael Kuchenbuch

Jendrik Scholz

Guten Tag Herr Kuchenbuch,

vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben Fragen zu Karriereperspektiven
zu beantworten.

Ich habe nach meinem Studium der Wirtschaftsinformatik angefangen
als SAP BW-Consultant zu arbeiten und stelle mir die Frage in welche „Richtung“
ich mich spezialisieren möchte. In ein paar Jahren würde ich gerne in eine
Inhouse-Position wechseln, so dass ein Aspekt für mich ist, dass man mit der Spezialisierung
auch dort gut eine Beschäftigung finden kann.

Eine Möglichkeit für mich wäre in die Thematik BW-IP tiefer
einzusteigen. Ich habe aktuelle Inhouse-Stellenausschreibungen zu SAP BW
angeschaut und die Planung mit SAP BW scheint bei Anwenderunternehmen keine
häufige Anforderung zu sein, so dass ich annehme, dass ein Wechsel für mich
schwierig werden würde. Deckt sich das mit Ihren Erfahrungen oder sind die
Stellenausschreibungen so allgemein gehalten, dass auf BW-IP nicht eingegangen
wird, obwohl dies relevant ist?

Mit freundlichen Grüßen

Jendrik Scholz

comments powered by Disqus