Ratgeber Karriere

IT-Karrieretipps

Karriereratgeber 2015 - Tobias Enders, Global Media Services

Praktikant in der IDG Business Digitalredaktion
Vom 20. August bis 2. September beantwortet der Multimedia-Profi Tobias Enders Fragen rund um Karrieremöglichkeiten im Umfeld von Unified Communications.
Tobias Enders ist Geschäftsführer der GMS Global Media Services.
Tobias Enders ist Geschäftsführer der GMS Global Media Services.
Foto: Global Media Services

Tobias Enders ist Geschäftsführer der GMS Global Media Services. Davor verantwortete er den Aufbau der GMS, den Vertrieb und die Expansion im Ausland. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Internationales Management.

Global Media Services (GMS) ist ein herstellerübergreifender Full-Service-Anbieter, der sich auf Audio-Visuelle (AV) Medientechnik, Unified Communications und Videokonferenzen spezialisiert hat. GMS entwickelt, integriert und implementiert Lösungen für unterschiedliche Zielgruppen wie den Einzelhandel oder Hotels und Gastronomie. Neben dem Hauptsitz Deutschland mit Büros im Rhein-Main Gebiet unterhält GMS Niederlassungen in Singapur und Hongkong.

 

Tobias Enders

Hallo Mario,
das ist eine wichtige Frage. Gerade in der heutigen Zeit ist diese nicht einfach und pauschal zu beantworten.
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Branchen durch innovative, disruptive Technologien stark verändert. Neue große Player sind entstanden und einige traditionelle und in der Vergangenheit sehr profitable und erfolgreiche Unternehmen sind verschwunden. Auch die Branche der Medientechnik ist im Wandel und verschmilzt zunehmend mit der IT. Daher möchte ich weniger auf die Branche als Ganzes, sondern die einzelnen Unternehmen eingehen. Jede Veränderung birgt immer sowohl Chancen als auch Risiken. Für Unternehmen aller Branchen ist es heute wichtig, sehr agil auf verändernde Umgebungen zu reagieren. Ziel muss es sein, die Zukunft selbst mit zu gestalten und aktiv neue Chancen zu identifizieren und auch letztlich zu nutzen.
Als Arbeitnehmer sollte man das neue Unternehmen auf Innovationsgeist, Veränderungskultur und stärke in der Umsetzung prüfen. Hat das Unternehmen in der Vergangenheit unter Beweis gestellt sich "neu zu erfinden"? Ist es vielleicht gestärkt aus Krisen gekommen? Das alles können hilfreiche Indikatoren sein. Allerdings stellt eine solche Betrachtung immer nur eine Momentaufnahme dar. So sollte man sich auch als Mitarbeiter eines Unternehmens regelmäßig frage, ob die Produkte und Services zukünftig von Kunden benötigt werden und das die gewünschte Zukunftssicherheit verspricht. Beste Grüße
Tobias Enders

Mario

Mein aktueller Job ist ziemlich öde. Ich will da so schnell
wie möglich raus. Aber da ich eine Familie ernähren muss, ist mir Sicherheit
sehr wichtig. Das sollte schon gut überlegt sein.

Also: wie zukunftssicher ist denn die Branche?

Gruß, Mario

Tobias Enders

Hallo Herr Hirte,

natürlich sind große Hersteller immer interessante Arbeitgeber, aber auch Dienstleister haben einige Vorzüge. Bei einem Dienstleister lernen Sie oftmals ein größeres Produktspektrum kennen und können sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Sie sehen direkt, ob Ihre Leistung einen positiven Beitrag für das Unternehmen hat – das kann viel Spaß bereiten und extra Motivation bringen. Auch der direkte Kontakt zu Endkunden ist ein interessanter Aspekt, da lernt man die echten Bedürfnisse kennen.

In unserem Unternehmen ist internationales Arbeiten sehr wichtig. Dies kann allerdings nicht für alle Dienstleister so pauschal übernommen werden. Gerade kleinere Unternehmen haben oft einen sehr regionalen Fokus. Als Mitglied der Global Presence Alliance (GPA) gehören für uns die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Partnern aus aller Welt zum Tagesgeschäft. Aus diesem Grunde achten wir auch auf sehr gute Englischkenntnisse bei unseren Mitarbeitern.

Beste Grüße

Tobias Enders

DavidH

Guten Tag Herr Enders,

ich bin bald mit meinem Bachelorstudium der Medientechnik
fertig. Dann geht's mit den Bewerbungen los. Große Hersteller kommen für mich
in Frage, aber auch Dienstleister wie Sie. Was sind die Vorzüge bei einem
Dienstleister? Was kann man da so machen? Auch Internationalität ist mir wichtig. Wie sieht es da aus?

Viele Grüße,
David Hirte

Tobias Enders

Vielen Dank für Ihre Frage. Mit einer längeren Berufserfahrung bei einem größeren Unternehmen bringen Sie schon gute Voraussetzungen für einen Einstieg bei einem Mittelständler mit.

Die Geschwindigkeit in eine höhere Position zu kommen, kann natürlich bei einem Mittelständler aufgrund der oftmals flacheren Hierachien schneller gehen. Meine Empfehlung ist es, bereits in einem Bewerbungsgespräch Ihre Ambitionen klar zu kommunizieren und auch eine konkrete Aussage Ihres potentiellen neuen Arbeitgebers zu verlangen. So stellen Sie schon frühzeitig die Weichen für einen möglichen Aufstieg und gehen vor allem transparent mit Ihren Wünschen um. Der neue Arbeitgeber muss eben auch eine entsprechende Position zu besetzen haben, das ist dann der Nachteil einer kleineren Organisation, da die totale Anzahl höherer Positionen geringer ist.

Im Hinblick auf das Gehalt müssen sich sowohl Mittelständler als auch große Unternehmen an branchenüblichen Gehaltsbändern orientieren. Diese können auch nach Region variieren. Jedes Unternehmen möchte motivierte und fähige Mitarbeiter für sich gewinnen und ein entsprechend attraktives Arbeitsumfeld schaffen, dazu gehört natürlich auch eine attraktive Vergütung.

Neben den schnellen Aufstiegschancen und einem hohen Gehalt, sollte aber insbesondere die Unternehmenskultur und das Wertesystem des Unternehmens zu den Vorstellungen des Mitarbeiters passen. Wenn man sich auf seinem Arbeitsplatz und im Team bzw. in der Zusammenarbeit mit der Unternehmensführung nicht wohl fühlt, kann das langfristig auch nicht mit Karriere oder hohem Gehalt kompensiert werden.

Projekt-Freak

Hallo, ich bin ausgebildeter Fachinformatiker und arbeite bereits
einige Jahre in einem großen Unternehmen. Mein Gehalt ist ganz okay, aber ich
würde gerne Karriere, z.B. als Projektleiter, machen und hier gibt es nicht so
viele Möglichkeiten.

Wie schnell kommt man bei einem Mittelständler in höhere
Positionen? Und was ist da das branchenübliche Gehalt?

Tobias Enders

Sehr geehrte Frau Bötcher,

generell haben Studium und Ausbildung unterschiedliche Schwerpunkte und damit ihre jeweiligen Vorteile. Beide Optionen bieten daher einen guten Einstieg in den Beruf. Sofern die schulischen Leistungen stimmen, empfehle ich allerdings ein Studium. Hier ist es wichtig, dass bereits begleitend erste Berufserfahrung gesammelt wird, beispielsweise durch Praktika oder als studentische Aushilfe. So kann ihr Sohn früh die eigenen Interessen und Schwerpunkte identifizieren.

Während einer Ausbildung ist der Weg der nächsten Jahre bereits stärker festgeschrieben. Daher sollte Ihr Sohn unbedingt zuvor ein Praktikum oder einen „Probetag“ absolvieren, um abschätzen zu können, ob das Berufsbild und die Aufgaben wirklich passen und Freude bereiten.

Unser Unternehmen legt einen sehr hohen Maßstab bei der Auswahl neuer Mitarbeiter an, das betrifft natürlich auch Berufseinsteiger und Auszubildende. In eigenen Assessment-Tagen prüfen wir die fachliche Qualifikation und die Teamfähigkeit der Bewerber. Da verlassen wir uns nicht nur auf Noten aus Zeugnissen. Im Prinzip ist für uns aber immer noch das wichtigste Kriterium, ob jemand zu unserer Unternehmenskultur und unseren Werten passt.

Beste Grüße

Tobias Enders

Katharina Bötcher

Sehr geehrter Herr Enders,

mein Sohn macht nächstes Jahr sein Abitur. Später will er in
den Bereichen Veranstaltungstechnik oder Medientechnik Fuß fassen. Dafür
überlegt er nun: Ausbildung oder Studium?

Was würden Sie ihm empfehlen? Was sollte er bei seiner Wahl
bedenken? Auf welche Qualifikationen legen Sie als Arbeitgeber wert?

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Bötcher

Tobias Enders

Liebe Leserinnen und Leser,

in den kommenden zwei Wochen freue ich mich auf Ihre Fragen rund um das Thema Karriere bei einem Dienstleister für Medientechnik und Videokonferenzen.

Als Full-Service-Anbieter decken wir die ganze Bandbreite von der Planung bis hin zur Systemoptimierung an. Daher kann ich Ihnen umfassende Einblicke geben, welche Herausforderungen auf Sie warten, welche Qualifikationen und Fähigkeiten Sie mitbringen sollten und vor allem welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen.

Schon jetzt möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Teilnahme, Ihre Fragen und die rege Diskussion bedanken.

Beste Grüße,

Ihr Tobias Enders

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