Ratgeber Karriere

Tipps zu Karrieremöglichkeiten bei IT-Dienstleistern

Karriereratgeber 2015 – Martin Grentzer, Aconso

Johannes Königes ist freier Autor in München.
Vom 25. Juni bis 8. Juli beantwortet Martin Grentzer Fragen rund um die Karrierechancen bei IT-Dienstleistern und gibt Einblicke in die Bereiche HR-Consulting und Projekt-Management.
Dr. Martin Grentzer arbeitet als CFO bei Aconso AG.
Dr. Martin Grentzer arbeitet als CFO bei Aconso AG.
Foto: http://www.aconso.com/home.html

Martin Grentzer ist CFO und einer der vier Gründer der Aconso AG. Er verantwortet zusätzlich als Personalvorstand alle Themen rund um Recruiting, Personalführung und Personalentwicklung. Vor der Gründung von Aconso war Grentzer als Projektleiter bei Siemens tätig und führte dort in einem Unternehmensbereich die elektronische Personalakte ein.

Aconso ist ein Hersteller und Dienstleister von HR-Lösungen mit Sitz in München und betreut Projekte in 65 Ländern.

 

Dr. Martin Grentzer

Hallo Verena Trautmann,

aber keinesfalls sind Sie mit 34 Jahren zu alt, sich neu zu
orientieren! Schreiben Sie sich eine Liste Ihrer Stärken (sehr guter Abschluss, 6 Jahre Berufserfahrung,…) und überlegen Sie, was Sie konkret machen möchten. Wenn Sie Ihr Ziel kennen – z.B. Beraterin im IT-Dienstleistungsbereich – analysieren Sie das Delta, das Ihnen für den neuen Job-Wunsch fehlt. Welche Ideen haben Sie, dieses Delta zu schließen? Learning on the job, Seminare, Zusatzqualifikationen...

Oftmals ist man gut beraten, im Bewerbungsgespräch, dieses Delta offen anzusprechen, mit dem Wunsch sich das fehlende Wissen
mithilfe des neuen Arbeitgebers schnell anzueignen. Denn Sie steigen ja keinesfalls bei „null“ ein, sondern bringen eine ganze Menge an Erfahrung mit!

Noch einen Tipp zum Schluss: Begründen Sie gut und vor allem authentisch Ihren Wechselwunsch. Damit kommt man in der Regel am weitesten.

Alles Gute,
Dr. Martin Grentzer

Verena Trautmann

Guten Tag Herr Dr. Grentzer,

ich verfüge über einen sehr guten Abschluss in Informatik, bin 34 Jahre
alt und seit 6 Jahren im Bereich Sofware-Testing bei einem mittelständischen
Unternehmen tätig. Ich weiß eigentlich schon seit Längerem, dass dies nicht das
richtige Gebiet für mich ist, habe mich aber bislang nicht getraut, mich neu zu
bewerben. Vor allem, weil ich unsicher bin, ob ich nicht zu alt bin, um in eine
anderes Gebiet wie als Beraterin in den IT-Dienstleistungsbereich zu wechseln.
Aber je länger ich warte, desto schwieriger wird es. Daher die Frage: Kann man
in meinem Alter nochmal wechseln? Und falls ja, muss ich dann wieder bei „Null“
anfangen?

Dr. Martin Grentzer

Hallo Vincent Bertram,

das ist in der Tat eine interessante Frage: ich selbst habe einige Jahre bei der Siemens AG gearbeitet bis ich mit drei Kollegen Anfang 2000 als Start-up eine eigene Firma gegründet habe, die heute vielleicht Ihrer Vorstellung eines (kleinen) mittelgroßen, zumindest etablierten Unternehmens entspricht. Meiner Erfahrung nach ist es in erster Linie eine Typus-Frage: haben Sie sehr gerne genau geregelte Prozesse, die Ihnen Leitlinien aber auch Grenzen aufzeigen, so ist sicherlich ein großer Arbeitgeber der richtige. Gestalten Sie sehr gerne, möchten Sie etwas voranbringen, dann ist ein mittleres Unternehmen oder ein
Start-up das richtige für Sie. Bei einem Start-up kommt noch hinzu, dass Sie tatsächlich beim Aufbau des Unternehmens mitarbeiten können, somit dieses auch in den entscheidenden ersten Jahren mitformen. Aber hier gibt es auch ein klares Risiko: Die Geschäftsidee kann auch scheitern. Ist man risikoaffiner, dann sollte man dieses nicht scheuen: Sie haben hier die meisten Gestaltungsmöglichkeiten. Scheitert das Start-up, sind Sie ja nicht als Person gescheitert. Nach Studienabschluss sind Sie ja noch jung und bewerben sich dann
bei einem neuen Arbeitgeber – um eine riesengroße Erfahrung reicher. Letztlich sollten Sie aber auf Ihr Bauchgefühl hören: machen Sie das, was zu Ihnen passt.

Viel Erfolg für Ihren Einstieg ins Berufsleben, wo immer dieser sein wird,

Dr. Martin Grentzer

Vincent Bertram

Hallo Herr Dr. Grentzer,

Ich bin gerade dabei, mein Informatik-Studium abzuschließen, wenn alles klappt
auch mit sehr guten Noten. Ich tendiere nun in Richtung IT-Dienstleistung,
frage mich aber gerade, ob ich mich lieber bei einem Start-up, einer
mittelgroßen Firma oder einem der großen Player bewerben soll. Haben Sie einen
Rat für mich?

Dr. Martin Grentzer

Hallo Stefan Frank,

drei Jahre ist in der Tat ein guter Zeitpunkt, sich über sein berufliches Weiterkommen konkrete Gedanken zu machen. Wenn Ihnen Ihr Job Spaß macht, gehen Sie mit konkreten Vorschlägen und Wünschen,
welche zusätzlichen Tätigkeiten und Verantwortungen Sie interessieren, auf Ihre direkte Führungskraft zu. Wenn sich dort nichts tut, schauen Sie sich auf der internen Stellenbörse in Ihrem Unternehmen um.

Interne Versetzungen werden von außen fast immer als Karrieresprung wahrgenommen und haben den Vorteil, dass Sie bei ein und demselben Arbeitgeber bleiben, also nicht als Job Hopper (was eigentlich ja ein Company Hopper wäre) gelten. Ältere Personalchefs schauen
sehr kritisch, wenn man zu oft den Arbeitgeber wechselt (nicht, wenn man den Job beim selben Arbeitgeber wechselt), jüngere sehen das nicht so kritisch.

Generell ist aber diesbezüglich eine deutlich andere Unternehmenskultur in Deutschland als in den USA zu beobachten, wo steter Firmenwechsel fast schon Voraussetzung zur Karriereentwicklung ist.

Viel Erfolg bei Ihren nächsten Karriereschritten,

Dr. Martin Grentzer

Stefan Frank

Ich bin direkt nach der Uni zu einem großen IT-Dienstleister gegangen.
Da bin ich nun seit drei Jahren. Die Arbeit macht mir immer noch Spaß. Aber ich
trete jetzt ein wenig auf der Stelle. Wie lange soll man wohl im ersten Job
bleiben? Ich will ja nicht als "Job Hopper" abgestempelt werden.

Dr. Martin Grentzer

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich Willkommen im Karriereforum der Computerwoche.

In den nächsten zwei Wochen stehe ich Ihnen hier zu allen Fragen rund um das Thema Karriere Rede und Antwort. Gerne gebe ich Ihnen Einblicke und Ratschläge zu Karrierechancen im IT-Dienstleistungsbereich.

Nutzen Sie die Gelegenheit und diskutieren Sie Ihre Fragen mit mir. Stellen Sie mir Fragen zu den Herausforderungen, die Sie bei einem modernen IT-Dienstleister erwarten, welche Qualifikationen Sie mitbringen sollten, welche Karrierechancen Sie in diesem Umfeld haben oder wie der Arbeitsalltag in einem Unternehmen wie Aconso aussieht.

Ich freue mich auf Ihre Beiträge, Fragen und einen regen Austausch.

Viele Grüße aus München,

Dr. Martin Grentzer

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