Ratgeber Karriere

Einstieg und Karriere im Hightech-Unternehmen

Karriereratgeber 2015 – Jens Schulte, Rohde & Schwarz

Johannes Königes ist freier Autor in München.
Vom 29. Oktober bis zum 11. November 2015 beantwortet Jens Schulte von Rohde & Schwarz im Online-Forum der CW Fragen von Interessenten, die sich für einen Einstieg und die Karriereaussichten in einem Hightech-Unternehmen interessieren.
Jens Schulte ist Director of HR Marketing & Recruiting bei Rohde und Schwarz.
Jens Schulte ist Director of HR Marketing & Recruiting bei Rohde und Schwarz.
Foto: Rohde & Schwarz

Jens Schulte ist seit drei Jahren bei Rohde & Schwarz im Human Resources Management tätig. Als Personaler war er zunächst für den Bereich Vertrieb, Marketing und Service zuständig, bevor er seine aktuelle Position Director of HR Marketing & Recruiting antrat. Vor seiner Tätigkeit beim Münchner Elektronikkonzern war der studierte Wirtschaftspädagoge Geschäftsführer der MRL Consulting GmbH, einer internationalen Personalberatung im Technologie- und Finanzdienstleistungsumfeld.

Seit über 80 Jahren bietet Rohde & Schwarz innovative Lösungen in den Geschäftsbereichen Messtechnik, Rundfunk- und Medientechnik, Kommunikation, Cyber-Sicherheit sowie Funküberwachungs- und Funkortungstechnik. Mit über 9.800 Mitarbeitern ist das selbständige Unternehmen in über 70 Ländern präsent und zählt zu den führenden Anbietern weltweit. Der Firmensitz ist in München, Deutschland. Ergänzend steuern je ein regionales Headquarter in Singapur sowie in Columbia, USA, die Geschäfte.

 

Jens Schulte

Liebe Frau Schuster,

zunächst vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich denke, dass sich viele Berufseinsteiger aufgrund des steigenden Leistungsportfolios dieselbe Frage stellen.

Eine ganz zentrale Rolle bei der Arbeitgeberwahl sollten meiner Meinung nach die Möglichkeiten der fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung einnehmen. Auch wenn man „frisch“ von der
Hochschule kommt, ist hier ein langfristiges Vordenken von Vorteil: Interessiert mich eher eine Fach- oder Führungskarriere? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bietet mir der Arbeitgeber? Gibt es spezielle Programme?

Bei Rohde & Schwarz machen wir beispielsweise keine Unterschiede, ob sich jemand für eine Fach- oder Führungskarriere entscheidet – wir schätzen beide Wege gleich hoch. Jeder Mensch hat unterschiedliche Potenziale und Stärken und wir wissen, dass für uns sowohl die technischen Spezialisten als auch die Führungspersönlichkeiten
wichtig sind. Die Förderung fängt bereits bei den Praktikanten und Abschlussarbeitern an, die wir mit unserem „Go for Talent“-Programm durch regelmäßige Netzwerktreffen, gezielte Weiterbildungen und fachliche Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsgebiete dazu anregen, die nächste Stufe zu erklimmen. Darüber hinaus bieten wir zielgerichtete Programme zur Weiterentwicklung von Potentialträgern,
angehenden sowie erfahrenen Führungskräften an. Unseren Mitarbeitern steht zudem für ihre Entwicklung ein Weiterbildungskatalog mit rund 600 verschiedenen internen wie externen Fortbildungen zur Verfügung. Wohin die eigene Karriere führen soll, wird dann beispielsweise in den jährlichen Gesprächen zur Karriereplanung individuell mit den Mitarbeitern abgesprochen.
Ein weiterer Faktor, der bei der Arbeitgeberwahl von entscheidender Bedeutung sein sollte, ist die Unternehmens- und Arbeitskultur. Scheuen Sie hier nicht, direkt beim Arbeitgeber nachzufragen: Zum Beispiel auf Rekrutierungsmessen oder Exkursionen. So haben Sie schnell Klarheit darüber, ob das Arbeitsumfeld, die Team- und Unternehmenskultur, auch zu Ihnen passt und Sie sich eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber vorstellen können.

Letztendlich sind natürlich auch Sozialleistungen wichtig. Da sich dieses Angebot aber aufgrund gesetzlicher Bestimmungen und Trends schnell wieder verändern kann, sollte dies bei der Auswahl des Arbeitgebers erst als zweites Entscheidungskriterium in Betracht gezogen werden.

Ich hoffe, dies gibt Ihnen einen guten Einblick, wie ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter fördern kann, auf was Sie bereits bei der Auswahl achten sollten und wohin Ihre berufliche Reise führen kann.

Herzliche Grüße
Ihr Jens Schulte

S. Schuster

Sehr geehrter Herr Schulte,

auch wenn ich meinen Berufseinstieg noch vor mir habe, so interessiert
es mich jetzt schon, auf welche Angebote und Leistungen sollte ich aus Ihrer
Sicht bei der Arbeitgeberwahl unbedingt achten, z. B.
Weiterbildungsmöglichkeiten, Benefits, etc.?

Vielen Dank und Grüße
Sandra Schuster

Jens Schulte

Lieber Michael,

erst einmal wünsche ich Ihnen viel Erfolg für die letzten Monate Ihres Studiums! Ich persönlich schätze das Engagement junger Talente, die über den Tellerrand hinausblicken möchten. Auch wenn wir ein Familienunternehmen mit deutschen Wurzeln sind, so wachsen wir kontinuierlich und agieren inzwischen als globaler Konzern. Für unsere
Mitarbeiter bedeutet das, dass sie Teil eines internationalen Teams sind und sich regelmäßig mit den Entwicklungsstandorten weltweit austauschen. Durch die zahlreichen Niederlassungen und Tochtergesellschaften in über 70 Ländern bieten wir interessierten Mitarbeitern immer die Möglichkeit für Auslandseinsätze. Für uns ist die Offenheit und Bereitschaft, für ein Jahr oder länger ins Ausland zu gehen, gerade im Blick auf unser starkes internationales Wachstum wichtig. Ob beispielsweise Singapur oder die USA – Ihnen stünde eine große Bandbreite zur Verwirklichung zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir unterschiedlichste Berufsprofile, die eine internationale Tätigkeit voraussetzen. So arbeiten beispielsweise unsere Vertriebsingenieure mit internationalen Kunden zusammen und sind dementsprechend häufig im Ausland unterwegs. Und auch unsere Applikationsingenieure an den Schnittstellen zwischen Produkt, Kunden und Entwicklung arbeiten stark auf internationaler Ebene. Somit haben sie weltweit nicht nur mit den unterschiedlichsten Kunden zu tun, sondern auch mit Mitarbeitern anderer Niederlassungen.

Vielleicht haben Sie bereits konkrete Vorstellungen zu Ihren möglichen internationalen Einsatzgebieten? Gerne können Sie sich direkt an unser Rekrutierungsteam wenden. Die Kollegen erläutern gerne die Möglichkeiten für Auslandseinsätze.

Beste Grüße
Ihr Jens Schulte

Michael

Sehr geehrter Herr Schulte,

ich bin kurz vor Abschluss meines Elektrotechnik-Studiums und mir steht der große Bewerbungsmarathon noch bevor. Schon jetzt weiß ich, dass ich auch
international arbeiten möchte. Welche Möglichkeiten gibt es bei Ihnen, wenn man sich für eine internationale Karriere interessiert?

Viele Grüße
Michael

Jens Schulte

Lieber Jan,

zunächst vielen Dank für Ihre interessante Frage zum Thema Berufseinstieg.

In Ihrem Beispiel stellen Sie relativ homogene Profile gegenüber. Häufig spielen in der Praxis bei der Erstbewertung von Bewerbungen noch viele andere fachliche Faktoren eine Rolle. So achten wir beispielsweise auf die Form, Vollständigkeit und Ausführlichkeit von Bewerbungsunterlagen.

Auch Studienschwerpunkte und das Thema der Abschlussarbeit können relevant bei der Erstbewertung sein.

Hinzu kommt, dass sich Bewerbungen natürlich nicht nur anhand ihrer formalen Qualitäten beurteilen lassen. Vielmehr kommt es darauf an, welche persönlichen Kompetenzen und Eigenschaften das im Studium erlangte fachliche Know-how ergänzen. Zum Beispiel ist es Rohde & Schwarz wichtig, dass Jobeinsteiger in erster Linie offen für Neues sind, Lust auf Herausforderungen haben und bereit sind, Eigenverantwortung zu übernehmen. Auch, dass Bewerber über kreatives und unternehmerisches Denken sowie Teambereitschaft verfügen. All diese Eigenschaften sehen wir unabhängig davon, ob jemand sein Studium mit 1,7 oder 2,0 abgeschlossen hat oder ob er ein Jahr oder drei Jahre als Werkstudent tätig war. Wir wissen, dass jemand sein wahres Potenzial nur dann zeigen kann, wenn man ihm auch die Chance dazu gibt.

Ob FH oder Universität? Uns kommt es darauf an, wie praxisnah das Studium gestaltet wurde und wie viel berufliche Erfahrung der Bewerber bereits mitbringt. Denn sicherlich ist es von Vorteil, wenn man vor dem Jobeinstieg erste Erfahrungen durch Praktika oder Werkstudententätigkeiten sammeln konnte.

Nicht zuletzt kommt es immer darauf an, dass potenzielle Mitarbeiter zur Philosophie und Wertekultur eines Unternehmens passen – ebenso in das jeweilige Team. Schließlich wird eine mögliche Zusammenarbeit immer langfristig angedacht. Gleichzeitig sollen auch Bewerber entscheiden können, ob sie den Einstieg in das Unternehmen
möchten, und sich fragen, ob ihnen dort die richtigen Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Um diese Schnittmenge bestmöglich abzuklären, ist deshalb bei Rohde & Schwarz auch ein größerer Personenkreis in den Bewerbungsprozess eingebunden.

Übrigens spricht für uns auch nichts gegen die Einstellung von Bewerbern mit Brüchen im Lebenslauf. Gerade junge Leute erfahren vielleicht erst durch eine längere Reise bzw. Auszeit in ihrem Ausbildungsweg, in welche berufliche Richtung sie später gehen möchten. Dabei sammeln sie Lebenserfahrung und erweitern ihren
Horizont, probieren Dinge aus und lernen, bewusst Entscheidungen zu treffen – ich sehe das als einen großen Vorteil.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen und einen guten Einblick darüber geben, worauf wir bei Rohde & Schwarz hinsichtlich der Einstellung von Berufseinsteigern Wert.

Herzliche Grüße
Ihr Jens Schulte

Jan

Sehr geehrter Herr Schulte,

Was ist für sie bei der Einstelung von Absolventen wichtiger: Studiendauer oder Noten oder doch Erfahrung durch Studentenjobs. Zum Beispiel wenn würden sie einstellen wenn sie die Wahl zwischen diesen 5 Profilen hätten:

Profil 1: Uni Bachelor Informatik, Note: 3.0 , Studiendauer 7 Semester, 3 Jahre Werkstudent im Informatik Bereich.

Profil 2: Uni Bachelor Informatik, Note 1.7, Studiendauer 10 Semester, keine Erfahrung.

Profil 3: Uni Bachelor Informatik, Note 2.3, Studiendauer 9 Semester, 1,5 Jahre Werkstudent im Informatik Bereich.

Profil 4: FH Bachelor Informatik, Note 2.7, Studiendauer 8 Semester, 1 Jahr Werkstudent im Informatik Bereich.

Profil 5: FH Bachelor Informatik, Note 1.3, Studiendauer 9 Semester, ein halbes Jahr Werkstudent im Informatik Bereich.

Beste Grüße,

Jan

Jens Schulte

Liebe Leserinnen und Leser,

in den kommenden zwei Wochen freue ich mich auf Ihre Fragen rund um das Thema Karriere in der Elektronikbranche.

Rohde & Schwarz steht seit mehr als 80 Jahren für Qualität, Präzision und Innovation auf allen Feldern der drahtlosen Kommunikationstechnologie. Strategisch ist der Elektronikkonzern auf die fünf Standbeine Messtechnik, Rundfunk- und Medientechnik, Cyber-Sicherheit, Sichere Kommunikation sowie Funküberwachungs- und Funkortungstechnik ausgerichtet. In unserem Konzern arbeiten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen – ob Software- und Hardwareentwickler, Vertriebsingenieure oder Entwickler für ASIC und MMIC. Gerne möchte ich Ihnen umfassende Einblicke geben, welche Herausforderungen in der Elektronikbranche auf Sie warten, welche Qualifikationen und Fähigkeiten Sie mitbringen sollten und, vor allem, welche Karrieremöglichkeiten sich Ihnen bieten.

Schon jetzt möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Teilnahme, Ihre Fragen und die rege Diskussion bedanken.

Beste Grüße
Ihr Jens Schulte

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