Berufseinstieg

Karriereplan ist für junge Informatiker zweitrangig

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 14 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie schreibt, redigiert, organisiert, moderiert und kümmert sich um die Online-Rubriken Karriere & Gehalt, Freiberufler, Young Professional und den Karriere-Ratgeber sowie den Karriere- und Freiberufler-Newsletter.
IT-Berufsstarter ticken in Karrierefragen anders als ihre Altersgenossen aus anderen Berufszweigen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Informatikabsolventen wissen um ihre guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine gute Bezahlung ist ihnen wichtig, ein Aufstieg im klassischen Sinn aber nicht. Für sie steht die fachliche Weiterentwicklung im Vordergrund. Das ist ein Ergebnis einer Studie, für die das Karriereportal get in IT und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK) mehr als 1300 IT-Berufsstarter zu ihren Einstellungen rund um den Berufseinstieg befragt haben.

Aufgabe macht den Job attraktiv

Demnach gehen fast alle befragten Informatikstudenten davon aus, dass sie gute oder sehr gute Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt besitzen. Mehr als 60 Prozent von ihnen nennen die Gehaltsfrage sowie die fachliche Weiterentwicklung als zentrale Argumente, wenn es um die Attraktivität eines neuen Jobs geht. Mit großem Abstand folgen Faktoren wie eine internationale Ausrichtung des Arbeitgebers (17 Prozent) oder flache Hierarchien (zwölf Prozent).

Einen attraktiven Job machen junge Informatiker vor allem an der Gehaltsfrage und der fachlichen Weiterentwicklung fest.
Einen attraktiven Job machen junge Informatiker vor allem an der Gehaltsfrage und der fachlichen Weiterentwicklung fest.
Foto: Minerva Studio-shutterstock.com

"Die Entwicklung des spezifischen IT-Rüstzeugs ist der entscheidende Antrieb für angehende Spezialisten in dem Umfeld. Spezialisierung im Fachgebiet steht für sie deutlich vor einer hierarchisch herausgehobenen Führungsposition oder einer besonders guten Arbeitsatmosphäre. Das ist in dieser starken Ausprägung durchaus ein Alleinstellungsmerkmal von IT-Absolventen", erklärt Peter Wald, Professor für Personalmanagement an der HTWK Leipzig.

Zum starken Fokus auf das Fachliche passt auch, dass aus Sicht der IT-Absolventen vor allem eine gründliche und gezielte Einarbeitung in die neuen Aufgaben einen gelungenen Berufsstart ausmacht. Jeder Fünfte wünscht sich einen erfahrenen Mentor oder Job-Paten an seiner Seite, der ihm die fachlichen Inhalte während des Berufseinstiegs näherbringt. Nur 14 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen von Beginn an eigenverantwortlich und ohne fachliche Anleitung Projekte managen.

Pluspunkt Weiterbildung

Auch in puncto Zusatzleistungen ist die Präferenz der IT-Absolventen eindeutig. Zwar ist für 29 Prozent der IT-Kandidaten ein unbefristeter Arbeitsvertrag mit angemessenen Sozialleistungen wichtig. Fast genauso viele Befragte legen aber den größten Wert auf fachliche Weiterbildungen, die individuell auf sie zugeschnitten sind. Im Vergleich dazu sind Nachwuchsführungskräfteprogramme nur für neun Prozent interessant. Nur 16 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen davon, als primäres Karriereziel eine Führungslaufbahn einschlagen zu wollen. Demgegenüber bevorzugen 30 Prozent es, innovativ etwas zu bewegen, und weitere 24 Prozent möchten in erster Linie ein Experte auf ihrem Fachgebiet werden.