Karrieremotor Aufbaustudium

Jürgen Mauerer betreibt als freier Journalist ein Redaktionsbüro in München.
Ohne Weiterbildung endet die berufliche Laufbahn häufig in der Sackgasse. Hier helfen Aufbaustudiengänge: Sie vertiefen die praktischen Kenntnisse und stellen sie auf eine wissenschaftliche Grundlage. Doch der Weg zum begehrten Zertifikat fordert Durchhaltevermögen und kostet Geld.

Robert Geipel hat es geschafft. Vor kurzem hat der aus Baden-Württemberg stammende 29-jährige Diplomingenieur der Elektrotechnik sein Fernstudium zum Diplominformatiker an der FH Trier abgeschlossen. Zwei Jahre lang büffelte er neben seiner Tätigkeit bei einem großen deutschen Softwarehaus abends und an den Wochenenden für sein Zweitdiplom - und bezahlte dafür auch noch Geld: 600 Euro pro Semester legte er im Schnitt auf den Tisch.

Doch für ihn hat sich die Plackerei gelohnt: wegen der neu erworbenen Fachkompetenz und nicht zuletzt auch wegen eines besseren Selbstwertgefühls: "Durch Zufall bin ich in der Systemadministration gelandet. Die Rolle des IT-Lehrlings, die ich auf Grund meiner mangelnden Qualifikation in diesem Gebiet übernehmen musste, war allerdings auf Dauer ziemlich unangenehm. Also entschied ich mich für echte fachliche Qualifikation", so Geipel zu seinen Motiven.

Ralph Vogel

Für Ralph Vogel (34), Wirtschaftswissenschaftler aus Vöhringen, geht es bei seinem Fernstudium eher um eine berufliche Umorientierung, die zudem seine späteren Karriere- und Verdienstchancen erhöhen soll. Seit März 2002 studiert er an den Akad-Privathochschulen das Fach Wirtschaftsinformatik - ebenfalls berufsbegleitend über insgesamt vier Semester. Das Abschlusszertifikat sieht er als "Eintrittskarte in das gewünschte Berufsbild". Sein derzeitiger Job in einer Stuttgarter Steuerkanzlei sei eher trocken, sagt Vogel. Da er sich schon seit 20 Jahren mit Computern beschäftige, könne er mit dem neuen Abschluss möglicherweise sein "Hobby zum Beruf machen".