Karriere als Linux-Spezialist: Von wegen Bastelecke für Hacker

ist freier Journalist in München
Immer mehr Unternehmen und öffentliche Institutionen geben grünes Licht für quelloffene Systeme. Computerfreaks, Seiteneinsteigern und Hochschulabsolventen eröffnet sich damit ein viel versprechender Arbeitsmarkt.

Die Nachfrage nach qualifizierten Dienstleistungen rund um Linux hat spürbar angezogen. Einer neueren Gartner-Studie zufolge wollen IT-Manager den Bestand der unter Linux laufenden Web- und Datenbank-Server um ein Fünftel erhöhen. Nach der Entscheidung des Münchener Stadtrats, dem Windows-Konkurrenzsystem Linux den Vorzug zu geben, wollen andere Behörden in Deutschland ebenfalls die Initiative ergreifen. Bis zu 30 Prozent der Städte und Gemeinden, so die Unternehmensberater von Unilog, werden den Münchnern folgen. Die Marktforscher von Soreon Research gehen davon aus, dass der Umsatz für Software, Services und Schulungen rund um Linux von derzeit rund 100 auf 307 Millionen Euro in 2007 steigen wird.

Beflügelt wird die Fantasie der IT-Leiter von einem unschlagbaren Profil, das sich Open Source wacker erarbeitet hat: Bei der Konsolidierung von IT-Strukturen hilft quelloffene Software nicht nur Kosten zu senken, sondern auch die Sicherheit zu erhöhen. Dass sich Anwender zugleich von der Abhängigkeit von übermächtigen Lieferanten befreien können, setzt Open Source freilich die Krone auf.

Rainer Duffner

Young Professionals eröffnet sich damit ein breites Tätigkeitsfeld, von dem viele profitieren: Gesucht sind klassische Informatiker wie Rainer Duffner, der vor zwei Jahren sein Examen an der Fachhochschule Konstanz ablegte, während des Studiums ein Labor mit 40 Rechnern administrierte und sich zum Microsoft Certified Systems Engineer (MCSE) qualifiziert hat.