Microsoft-Business-Kunden

Kann man mit Windows 7 und Office 2010 IT-Kosten sparen?

03.07.2009 | von Thomas Hemmerling-Böhmer
Thomas Hemmerling-Böhmer, Vorstandssprecher des Microsoft Business User Forum e.V. (Mbuf), nahm den Grokunden-Verantworlichen von Microsoft, Marcel Schneider, in die Mangel.
Marcel Schneider (links) stellt sich den Fragen von Thomas Hemmerling-Böhmer.
Marcel Schneider (links) stellt sich den Fragen von Thomas Hemmerling-Böhmer.
Foto: Hemmerling-Böhmer

HEMMERLING-BÖHMER: Seit Jahren schwelt der Streit zwischen der EU und Microsoft bezüglich der standardmäßigen Integration des Internet Explorer in das Betriebssystem. In den Augen der EU stellt das eine Wettbewerbsverzerrung dar. Microsoft hat immer argumentiert, man könne den IE nicht herauslösen, weil sonst nicht vertretbare Inkompatibilitäten bei der Windows-internen Kommunikation aufträten. Nun wurde berichtet, Microsoft liefere Windows 7 ohne IE aus. Woher kommt der Stimmungswandel?

SCHNEIDER: Der weltweite Launch von Windows 7 rückt schnell näher. Wir halten daran fest, das neue Betriebssystem zeitgleich in Europa und dem Rest der Welt zu launchen. Vor dem Hintergrund offener rechtlicher Auseinandersetzungen hat Microsoft daher entschieden, den Internet Explorer Computerherstellern und Endkunden als Standalone-Produkt zur Verfügung zu stellen, anstatt ihn in Windows 7 zu integrieren. Das ist ein wichtiger Schritt für uns. Wir wollen und werden den weltweiten Launch-Termin einhalten; von daher müssen wir uns mit den rechtlichen Realitäten in Europa auseinandersetzen. Obgleich es nicht unsere erste Wahl ist, glauben wir, dass unser Vorgehen zielführend ist.

HEMMERLING-BÖHMER: Inwieweit sehen Sie einen Erfolg oder Misserfolg an der Browser-Front als entscheidend für das SaaS-Geschäftsmodell von Microsoft?

SCHNEIDER: Im Rahmen unserer Software-plus-Services-Strategie haben wir in den vergangenen letzten Monaten ein Gesamtangebot Internet-basierender Dienste vorgestellt. Sie erweitern die Zuverlässigkeit von Office-und Firmensoftware durch die Aktualität von Daten aus dem Internet. Das Besondere an diesem Angebot ist, dass der Nutzer freie Wahl hat, wie und von wo aus er auf die Software zugreift - ob sie nun lokal installiert ist, als Internet-Dienst bereitsteht oder als Kombination aus beidem genutzt wrid. Fraglos ist der Browser in diesem Umfeld eines der zentralen Hilfsmittel für die Anwender. Und selbstverständlich wünschen wir uns, dass unsere Kunden den Internet-Explorer verwenden, um den größtmöglichen Nutzen aus der Microsoft-Plattform zu ziehen. Von daher ist das Thema Browser für Microsoft tatsächlich sehr wichtig.

HEMMERLING-BÖHMER: Windows 7 soll jetzt schon im Oktober in die Regale kommen. Was hat Microsoft dazu veranlasst, den Verkaufstermin so weit nach vorn zu verlegen? Immerhin waren die ursprünglichen Release-Daten weit im Jahr 2010 angesiedelt. Das Weihnachtsgeschäft allein kann es ja wohl nicht sein?

SCHNEIDER: Ein Betriebssystem zu entwickeln ist eine sehr aufwändige Angelegenheit, zumal auch das Testing der Applikationen und Geräte viel Zeit in Anspruch nimmt. An diesen Themen arbeiten bei der Microsoft circa 8000 Mitarbeiter. Ursprünglich hatten wir ein Veröffentlichungsdatum Anfang 2010, also genau drei Jahre nach Windows Vista - ins Auge gefasst. Der Termin am 22. Oktober wird jedoch von allen Marktpartnern - seien es nun Hardwarehersteller, Händler oder Kunden - sehr positiv aufgenommen.

HEMMERLING-BÖHMER: Windows 7 ist offensichtlich eine Weiterentwicklung von Vista. Daher gibt es auch einen klaren Migrationspfad von Vista nach Windows 7. Was ist aber mit der großen Installationsbasis von XP? Gerade im industriellen Sektor sind ja nicht sehr viele Firmen auf Vista umgestiegen. Wie wird Microsoft diese Unternehmen unterstützen?

SCHNEIDER: Die Kunden können von Windows XP auf Windows 7 upgraden - allerdings müssten sie dazu einen "Clean Install" vornehmen. Das bedeutet: Sie müssen ihre Daten sichern, Windows 7 installieren, die Programme und Daten wieder aufspielen. Ein Update ist technisch nicht vorgesehen. Technisch möglich ist ein Update von Windows Vista, aber auch hier empfehlen wir eine Neuinstallation. Übrigens bieten wir Hilfestellungen zu allen Migrationsthemen auch unserem "Springboard"-Center für Client-Themen an. Speziell für den Upgrade-Pfad von XP nach Windows 7 offerieren wir Hilfsmittel wie das "Automated Installation Kit" für die Mehrplatzmigration und das kostenlose "Microsoft Deployment Toolkit" für alle Phasen eines Auslieferungsprojekts.

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