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Kanadische Regierung will 120 Millionen Dollar von HP zurück

12.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die kanadische Regierung will von Hewlett-Packard (HP) rund 120 Millionen Dollar rückerstattet bekommen. Grund für die Forderung sind Verträge, die HP mit dem Verteidigungsministerium abgeschlossen hat und die nach Meinung der Regierung nicht vereinbarungsgemäß erfüllt worden sind. HP sagt, die Forderungen entbehrten jeder Grundlage.

In einem Brief vom 9. März 2004 schreibt ein Regierungsoffizieller, HP solle bis zum 22. März die verlangten 120 Millionen Dollar zurückzahlen oder Belege dafür vorlegen, dass die vertraglich vereinbarte Lieferung von Gerätschaft und die ausgehandelten Dienstleistungen auch tatsächlich geleistet wurden. Außerdem solle HP beweisen, dass die Rechnungslegung einwandfrei war.

Die Forderungen an HP kamen auf, nachdem eine interne Überprüfung sowie polizeiliche Untersuchungen Unstimmigkeiten bei Rechnungen ergeben hatten, die sich allerdings auf Subunternehmer von HP bezogen. Die Verträge hatte HP aus der Fusion mit Compaq übernommen. In diesem Zusammenhang war bereits im vergangenen Herbst ein Zivilangestellter im kanadischen Armee-Hauptquartier entlassen worden.

Die reklamierten 120 Millionen Dollar sind übrigens nur eine Teilsumme, über die die kanadische Regierung Rechenschaft abgelegt wissen will. Insgesamt fordert sie Informationen über die Lieferung von Waren und Services in Höhe von insgesamt 277 Millionen Dollar. Über dieses Volumen schloss das kanadische Verteidigungsministerium mit HP respektive Compaq in der Zeit zwischen 1991 und 2003 Verträge ab. (jm)