Web

 

Kampf gegen Cyber-Kriminalität: Nigeria holt sich Microsoft an die Seite

17.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die nigerianische Regierung will künftig gemeinsam mit Microsoft gegen E-Mail-Betrügereien und andere Formen Internet-basierender Kriminalität vorgehen. Nach einer aktuellen Vereinbarung wird die Gates-Company Nigerias Economic and Financial Crimes Commission (EFCC) mit technischem Know-how, Schulungen und anderen Sicherheitsressourcen unterstützen. Darüber hinaus, so Microsofts Emea-President Neil Holloway, soll die EFCC mit Informationen zur Strafverfolgung versorgt werden.

Betrügereien wie der berüchtigte "419"-Schwindel, bei dem E-Mail-Nutzer zur Preisgabe sensibler Finanzdaten verleitet werden, hätten dem Ruf seines Landes sehr geschadet, so Mallam Nuhu Ribadu, Vorstandsvorsitzender EDCC. Aufgabe der vor zwei Jahren gegründeten Organisation ist es, Cyber-Kriminalität, Geldwäsche und Korruption zu bekämpfen. Zwar habe sein Land bedauerlicherweise lange Zeit nichts gegen die kriminellen Machenschaften unternommen, räumte Ribadu ein. Mittlerweile habe sich jedoch einiges getan. So erleichterten neue Techniken und Gesetze die strafrechtliche Verfolgung eines jeden, der diese Betrüger unterstütze - vom Cybercafe-Besitzer bis hin zum Internet Service Provider (ISP). Seit der Gründung der EFCC seien in Nigeria 17 Personen wegen Internet-bezogener Delikte zu Freiheitsstrafen von im Schnitt sieben Jahren verurteilt worden - 1000 säßen derzeit in Untersuchungshaft. Auch hätten Informationen von Microsoft, das schon seit einigen Monaten mit den nigerianischen Behörden zusammenarbeitet, bereits zur Zwangschließung dreier ISPs geführt. (kf)