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Kalifornische Klage gegen Patricia Dunn in allen Punkten fallengelassen

15.03.2007
Ein kalifornisches Staatsgericht hat die Anklage gegen Patricia Dunn, frühere Vorsitzende des HP-Verwaltungsrates, im Schnüffelskandal um den Konzern aus Palo Alto in allen Punkten fallengelassen.

Auch die übrigen drei Angeklagten kommen wohl strafrechtlich ungeschoren davon und müssen höchstens ein bisschen gemeinnützige Arbeit ableisten. Dunn, die an Krebs erkrankt ist, zeigte sich deutlich erleichtert. "Ich habe immer darauf vertraut, dass die Wahrheit siegt und dem Recht Genüge getan wird, so wie es nun geschehen ist", erklärte die frühere Chairwoman.

HP hatte im vergangenen Jahr versucht, undichte Stellen in dem Aufsichtsratsgremium zu finden und dazu unter anderem eine Privatdetektei aus Florida engagiert, die sich unter Angabe falscher Personalien ("Pretexting") Zugang zu den Telefondaten von Board-Directors und Journalisten verschaffte. Ein Schuldbewusstsein ist dabei offensichtlich noch immer nicht vorhanden. "Keiner der Involvierten hat jemals gedacht, er tue irgendetwas Illegales", sagte gestern die Anwältin Christine Arguedas, die HPs frühere Generaljustiziarin Ann Baskins (nicht angeklagt) vertritt.

Das US-Justizministerium ermittelt in dem Schnüffelskandal aber weiterhin. "Alles deutet darauf hin, dass die Feds vorankommen", zitiert das "Wall Street Journal" einen Insider. Aufatmen dürfen HP und die in den Skandal Verwickelten also noch nicht. (tc)