Triple Play

Kabel Deutschland unter dem Strich erstmals mit schwarzen Zahlen

14.06.2012
Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat zum ersten Mal auch unter dem Strich schwarze Zahlen geschrieben.
Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring bei München
Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring bei München
Foto: Kabel Deutschland

Die Unterföhringer erzielten im Geschäftsjahr 2011/2012 (Ende März) einen Gewinn von 159,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 45,3 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Wegen gesunkener Zinslasten blieb von den auch operativ besser gelaufenen Geschäften diesmal etwas übrig. Auch beim Ausblick zeigte sich der Konkurrent der Deutschen Telekom zuversichtlich: Im laufenden Jahr soll ein etwas stärkeres Umsatzplus herausspringen als Analysten erwartet hatten. Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll bei 1,50 Euro liegen, was Börsianern zufolge etwas enttäuschte. Am Markt zeigten die Papiere bei Lang & Schwarz vorbörslich keinen klaren Trend.

Zwar erreichten die Unterföhringer im abgelaufenen Jahr mit einem um 6,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz die Prognosen von Experten und die eigene Zielvorgabe nur knapp. Doch hatten einige Analysten zuvor auch damit gerechnet, dass das Unternehmen diese Marke verfehlen könnte. Für das laufende Jahr stellt Kabel ein deutlicheres Umsatzwachstum zwischen 7,5 und 8,5 Prozent in Aussicht.

Vorstandschef Adrian von Hammerstein sagte: "Wir setzen unsere Wachstumsstrategie konsequent um und konnten in der zweiten Geschäftsjahreshälfte ein deutliches Anziehen unserer Wachstumsraten verzeichnen." Kabel Deutschland profitiere von der lebhaften Nachfrage nach Premium-TV- und Breitbandprodukten, die zu erheblichen Zuwächsen bei der Zahl der Abonnements, bei Umsatz und Ergebnis führe. Allein im Premium-TV-Geschäft verbuchte der Konzern ein Drittel mehr Abonnements als vor einem Jahr.

Die Zinslast sank gegenüber dem Vorjahr um gut 71 Millionen Euro, aber auch operativ wuchs der Kabelkonzern. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um gut neun Prozent auf 795,5 Millionen Euro, im laufenden Jahr soll er zwischen 855 Millionen und 870 Millionen Euro liegen. Die Zahl der Abonnements nahm im vergangenen Jahr um 750.000 auf 13,4 Millionen zu. Trotz sinkender durchschnittlicher Umsätze mit Internet- und Telefonkunden konnte der Kabelnetzanbieter den gesamten Umsatz je Kunde im Geschäftsjahr dank der TV-Abos um knapp acht Prozent auf 14,44 Euro steigern. (dpa/tc)