Aktie fällt

Kabel Deutschland senkt Umsatzziel

15.11.2011
Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat im Telefongeschäft einen Dämpfer bekommen.
Die KDG-Zentrale in Unteföhring bei München
Die KDG-Zentrale in Unteföhring bei München
Foto: Kabel Deutschland

Mobilfunkunternehmen verderben dem im MDax notierten Unternehmen mit ihren Festpreisangeboten das Geschäft mit Intensivtelefonierern. "Manche greifen lieber auf das Handy zurück", sagte Finanzvorstand Andreas Siemen am Dienstag. Daher konkretisierte Kabel Deutschland die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2011/2012 nach unten.

Den Vorjahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro will das Unternehmen nur noch am unteren Ende der bisherigen Spanne von 6,25 bis 6,75 Prozent übertreffen. Beim operativen Ergebnis peilt Kabel Deutschland weiterhin 790 bis 800 Millionen Euro an. Im frühen Frankfurter Handel sackte die Aktie ins Minus. Mit einem Verlust von rund 3,2 Prozent gehörte der Titel zu den schwächsten MDax-Werten.

Im zweiten Geschäftsquartal lief das Geschäft dank gestiegener Abonnentenzahlen gut. Das Unternehmen gewann unterm Strich 61.000 Internet- und Telefonkunden hinzu. Auch den durchschnittlichen Monatsumsatz pro Kunde konnte es steigern - von 13,26 auf 14,25 Euro. Am 30. September 2011 abonnierte ein Kunde im Durchschnitt 1,5 Produkte des Unternehmens, während es im Vorjahr noch 1,4 Produkte waren.

Über das Kabel kommt neben Fernsehen längst auch Internet und Telefon ("Triple Play").
Über das Kabel kommt neben Fernsehen längst auch Internet und Telefon ("Triple Play").
Foto: Kabel Deutschland

Immer mehr Kunden buchen neben dem Breitbandangebot zusätzliche Produkte wie Bezahlfernsehen und digitale Videorecorder. Insbesondere die große Nachfrage nach den digitalen Videorecordern überstieg die Erwartungen und führte zu einem starken Wachstum bei den Premium-TV-Abonnements. Die Flutkatastrophe in Thailand werde allerdings in den nächsten Monate Lieferengpässe bei den digitalen Videorecordern nach sich ziehen, sagte Finanzvorstand Siemen.

Der Umsatz legte im zweiten Quartal von 396 auf 418 Millionen Euro zu, der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg von 179 auf 196,5 Millionen Euro. "Wir haben jetzt nachhaltig die Gewinnzone erreicht", sagte Unternehmenschef Adrian von Hammerstein. Das soll auch so bleiben. Neben dem operativen Geschäft und der gesunkenen Zinslast spielt der MDax-Gesellschaft die günstigere Abschreibungssituation in die Hände.

Von den rund 15,3 Millionen im Netz von Kabel Deutschland anschließbaren Haushalten waren zum Ende September rund 12,6 Millionen oder 82,1 Prozent für Internet- und Telefonnutzung aufgerüstet. Die Breitbandprodukte wurden an 10,5 Millionen Haushalte vermarktet. (dpa/tc)