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Jupiter Research: Tragbare Musik auf dem Vormarsch

10.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Nachfrage nach tragbaren MP3-Playern soll in den USA bis 2006 kontinuierlich steigen: Nach Schätzungen von Jupiter Research werden in diesem Jahr jenseits des großen Teichs mehr als 3,5 Millionen Geräte verkauft, das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch die weitere Zukunft der kleinen Abspielgeräte sehen die Auguren rosig. Sie erwarten in den nächsten drei Jahren bei den Absatzzahlen eine jährliche Wachstumsrate von jeweils rund 50 Prozent. Ab 2004 werden dabei Player mit integrierter Festplatte ihren Pendants mit Flash-Speicher den Rang ablaufen. 2006 sollen dann in den USA bereits mehr als 26 Milliarden MP3-Player in Betrieb sein. Diese breite Anwenderbasis werde auch den Markt für digitalisierte Musik deutlich beeinflussen, so Jupiter Research.

Im gegenwärtigen Weihnachtsgeschäft sei die Nachfrage nach MP3-Playern zwar nicht gerade mit der nach DVD-Playern zu vergleichen, führt David Card, Research Director bei Jupiter, aus. Zusammen mit Musik-Shops und -Services im Internet ergebe sich aber eine beachtliche Kombination. Nach Ansicht der Markforscher hat Apples Kombination aus iPod und iTunes Music Store die Musikindustrie revitalisiert. Noch vor Weihnachten kommen zu den bestehenden Angeboten von AOL, Musikmatch, Napster 2 oder Real Networks weitere Online-Musikdienste hinzu. Computerhersteller wie Dell oder Gateway versuchen auf der Hardwareseite, mit eigenen MP3-Playern aus dem Boom Kapital zu schlagen.

Die Liebhaber der tragbaren Abspielgeräte sind aber auch für herkömmliche Online-Shops eine interessante Zielgruppe: So fand Jupiter Research heraus, dass 60 Prozent der Käufer von MP3-Playern online Geschenke einkaufen und diese direkt an Verwandte und Freunde liefern lassen. Die Einkäufer haben vergleichsweise wenig Angst vor dem Missbrauch ihrer Kreditkartendaten, fürchten dagegen umso mehr eine verspätete Lieferung. (mb)