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Juniper wächst kräftig

20.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kalifornische Netzspezialist Juniper Networks konnte die Markterwartungen im zweiten Quartal 2005 erneut erfüllen. Wie der Cisco-Rivale bekannt gab, kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 61 Prozent auf 493 Millionen Dollar. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen aus Sunnyvale einen Nettoprofit von 89 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie. Im Vergleichsquartal 2004 hatte der nach Cisco zweitgrößte Router-Hersteller einen Verlust von 12,6 Millionen Dollar oder zwei Cent je Aktie verbucht. Das Ergebnis wurde damals jedoch von rund 67 Millionen Dollar hohen Sonderkosten belastet, die im Zusammenhang mit der Übernahme des Sicherheitsexperten NetScreen anfielen (siehe auch: "Juniper zahlt vier Milliarden Dollar für NetScreen"). Einmaleffekte ausgeklammert, steigerte Juniper seinen Pro-forma-Profit von 42,7 Millionen auf 104,3 Millionen Dollar oder 18 Cent pro Anteilschein. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn von 17 Cent je Aktie bei 475,1 Millionen Dollar Umsatz gerechnet.

"Wir hatten ein weiteres wachstumsstarkes Quartal", erklärte Juniper-CEO Scott Kriens in einer Telefonkonferenz. Die Bilanz sei vor allem von dem Bedarf der Carrier geprägt gewesen, ihre Infrastruktur aufzurüsten. Als äußerst lukrativ erwies sich erneut die Kooperation mit der Siemens Netzwerksparte ICN, die zehn Prozent zum Quartalsumsatz beitrug.

Das noch junge Geschäft mit Sicherheitsprodukten für Unternehmenskunden wuchs dagegen im Jahresvergleich nur um ein Prozent. Juniper rechnet dabei allerdings nicht die Einnahmen von zwei kleineren kürzlich übernommenen Security-Spezialisten ein. Kriens räumte ein, dass die Nachfrage in Europa und Asien etwas schwach gewesen sei. Der Firmenchef geht jedoch davon aus, dass sich hier die Situation in der zweiten Jahreshälfte verbessert. Insgesamt rechnet Juniper im laufenden dritten Quartal mit Einnahmen zwischen 525 Millionen und 530 Millionen Dollar. Im Schlussquartal 2005 sollen die Einnahmen dann auf 550 bis 560 Millionen Dollar ansteigen. (mb)