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Juniper kritisiert Tolly-Firewall-Test

25.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Überhaupt nicht glücklich ist Juniper Networks über einen Vergleichstest, den The Tolly Group zwischen Junipers "NetScreen-5400"-Firewall und Nokias konkurrierendem "IP2250" durchgeführt hat. Dieser wurde von Nokia beauftragt (und bezahlt) und am Montag dieser Woche veröffentlicht. Mit dem Ergebnis, dass das Nokia-Gerät einen dreifach höheren http-Durchsatz, die doppelte Firewall-Leistung und eine fünffach höhere Connection Rate erreichte.

Aus Sicht von Juniper sind diese Ergebnisse teilweise irreführend oder nicht nachvollziehbar, außerdem arbeitete Tolly im Test mit einem veralteten Management-Blade (es war seit drei Monaten ein neueres am Markt). Noch dazu wurde laut Lee Klarich, Director of Product Management bei Juniper, das NetScreen-System mit nur einem von drei möglichen Processing-Blades gegen ein voll ausgebautes Nokia-Gerät getestet.

Klarich musste allerdings einräumen, dass ein voll ausgebautes NetScreen-5400 mit 200.000 Dollar deutlich teurer als die von Tolly getestete Konfiguration (etwa 130.000 Dollar) gewesen wäre und Nokias Firewall, auf der übrigens Software von Check Point läuft, in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis noch überlegener hätte erscheinen lassen.

Klarich verwies gegenüber "Computerwire" überdies darauf, dass die Tests sich - ohne Modifikationen der Hardware - leicht so abändern ließen, dass entgegengesetzte Resultate herauskämen. "Üblicherweise sind dieses Tests so gestaltet, dass die Produkte ihrer Sponsoren dabei gut aussehen, oder sie verwenden falsche Produkte oder Konfigurationen. Ich weiß das, weil wir das früher selbst so gemacht haben", gestand der Juniper-Mann. Inzwischen arbeite man nicht mehr mit Tolly zusammen. (tc)