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Juniper kauft Siemens-Tochter Unisphere

21.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Statt dem seit längerem geplanten Börsengang von Siemens' US-Netztochter Unisphere Networks macht der Münchner Konzern die Firma zu Geld: Juniper Networks, das bislang vor allem im Highend-Router-Markt mit Cisco Systems konkurriert, will Unisphere für rund 740 Millionen Dollar in bar und Aktien übernehmen.

Juniper bietet 375 Millionen Dollar in bar plus 36,5 Millionen eigene Aktien, die zum Fixing am vergangenen Freitag bei 9,85 Dollar notierten. Siemens wäre durch die Transaktion, die noch der Zustimmung der Aufsichtsräte und Kartellbehörden bedarf, mit nicht ganz zehn Prozent an Juniper beteiligt. Beide Unternehmen schließen im Zuge der geplanten Transaktion eine weltweite Partnerschaft im Bereich IP-Infrastruktur (Internet Protocol) und verwandter Systeme.

Unisphere entstand vor zwei Jahren durch Kombination mehrerer US-Zukäufe von Siemens. Im März 1999 hatte der deutsche Konzern zunächst Argon Networks, einen Monat später dann noch Castle Networks und Redstone Communications geschluckt.

Juniper hatte im vergangenen Monat einen Quartalsverlust von 46 Millionen Dollar ausgewiesen, vor allem aufgrund der Flaute im Telecom-Sektor (Computerwoche.de berichtete). Zahlen der Dell'Oro Group zufolge musste das Unternehmen, das kürzlich seinen neuen Highend-Router "Gibson" vorgestellt hatte, in den letzten Monaten Marktanteile an Cisco abgeben (Computerwoche.de berichtete). (tc)