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JUMP: Microsoft will Java ausbooten

26.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat heute mit "JUMP to .NET" (Java User Migration Path) seine Alternative zu Suns Programmierumgebung Java angekündigt. Dies war nötig geworden, weil die Gates-Company ihre Java-Tools nach einer Einigung im Rechtsstreit mit Sun auf dem veralteten Versionsstand 1.1.4 einfrieren musste und .NET somit ohne aktuelle Java-Technik auskommen muss (Computerwoche online berichtete).

JUMP soll Entwicklern, die bislang Microsofts Visual J++ verwendeten, die Möglichkeit bieten, ihre Anwendungen in die neue Programmiersprache "C#" (C Sharp) zu konvertieren. Das entsprechende Toolset soll Mitte des Jahres zur Verfügung stehen und in der Lage sein, Java-Quellcode weitgehend automatisch zu übertragen - sowohl die Syntax als auch die Bibliotheksaufrufe. Wo die Umwandlung fehlschlägt, wird der Code entsprechend markiert. Neben den Werkzeugen will Microsoft auch entsprechende Beratungsleistungen anbieten.

Mark Driver von Gartner geht davon aus, das Microsoft die Zahl der J++-Developer über- und die der "wahren" Java-Entwickler deutlich unterschätzt. Dennoch zeige JUMP die Erkenntnis, dass Microsoft Java ein Hintertürchen zu .NET schaffen und möglichst viele Entwickler für seine Technik gewinnen wolle. Der Analyst kritisiert darüber hinaus, dass Microsoft mit der JUMP-Ankündigung offiziell für (Programmier-)Sprachenvielfalt eintrete, in Wahrheit aber nur die eigenen Produkte unterstütze. "Anwender von Microsoft-Tools sollten erkennen, dass Microsofts strategische Ausrichtung auf C# und Visual Basic fokussiert ist. Wer stattdessen strategisch auf Java setzt, für den bietet eine Sun-zertifizierte Plattform mindestens für die kommenden drei Jahre mehr Leistung und Flexibilität", schreibt Driver in einer Research Note.