Ex-Nokianer gründen Startup

Jolla will Meego neues Leben einhauchen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Eine Gruppe von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern entwickelt das aufgegebene Meego-Betriebssystem weiter – ein erstes Smartphone soll voraussichtlich noch vor Jahresende vorgestellt werden.

Als Nokia im Herbst vergangenen Jahres das Meego-basierende Smartphone N9 herausbrachte, war das Schicksal des mit Intel entwickelten Betriebssystems eigentlich schon besiegelt. Die Finnen hatten sich unter der Führung von Steven Elop dafür entschieden, im Smartphone-Bereich alles auf Windows Phone zu setzen und die Plattformen Symbian und Meego aufzugeben. Als Konsequenz wurde das N9 trotz durchweg positiver Bewertung nur in wenige wichtigen Märkten eingeführt – auch, um nicht mit der eigenen Lumia-Serie zu konkurrieren.

Doch obwohl das Geschäft mit den Windows Phones nach wie vor noch nicht angezogen ist, greift Nokia nicht auf Meego als Plan B zurück. Dieser Aufgabe haben sich stattdessen eine Reihe von früheren Nokia-Mitarbeitern und Entwicklern mit dem bereits im Herbst 2011 gegründeten Startup Jolla Ltd. (http://www.jolla.fi - derzeit noch nicht aktiv, Twitter: @jollamobile) angenommen.

„Nokia hat etwas Wunderbares geschaffen – das weltbeste Smartphone-Produkt“, gab das Unternehmen in einer Presseaussendung bekannt. „Es verdient es, weitergeführt zu werden und wir werden das zusammen mit all den intelligenten und begabten Menschen, die auch schon zur Meego-Erfolgsgeschichte beigetragen haben, tun." Geleitet wird das Team von Jussi Jurmola, dem früheren Leiter der Meego-Softwareentwicklung bei Nokia, COO und Mitbegründer ist Marc Dillon, leitender Ingenieur für Meego und langjähriger Nokia-Manager. Das Unternehmen mit Sitz im finnischen Helsinki plant nach eigenen Angaben, weitere auf Meego basierende Smartphones zu designen, entwickeln und auf den Markt zu bringen. Das geplante Jolla-OS, an dem Jolla bereits seit knapp einem Jahr arbeitet, nutzt den Meego-basierenden Mer Code als Core, die Entwicklungsumgebung QT sowie eine eigene Benutzeroberfläche. Ein erstes neues Smartphone auf dieser Basis will Jolla noch in diesem Jahr vorstellen.

Besitzer eines N9 haben nicht unmittelbar etwas von der Ausgründung. Da Jolla nicht mit Nokia verbandelt ist, bietet es keinen Support oder weitere Updates für das Gerät. Immerhin wurde erst vor kurzem das Firmware-Update v1.3 des Betriebssystems für das N9 ausgerollt, das eine Reihe von Verbesserungen enthalten soll.