Oracle OpenWorld

John Fowler und Mark Hurd präsentieren neue Hardware

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In der zweiten Keynote zur Oracle OpenWorld betonte der für Server und Storage zuständige Manager John Fowler die Bedeutung der Integration von Hardware und Software für Oracle.
Oracles Hardware-Chef John Fowler bei seiner Keynote zur OpenWorld 2010 (Foto: Oracle)
Oracles Hardware-Chef John Fowler bei seiner Keynote zur OpenWorld 2010 (Foto: Oracle)

Die Säulen von Mission Critical Computing seien Performance, Verfügbarkeit, Sicherheit und Management, sagte Fowler in seiner Grundsatzrede im Anschluss an eine Werbepräsentation von Fujitsu, Diamond Sponsor der OpenWorld 2010. Die gemeinsame Entwicklung von Hardware und Software nach der Übernahme von Sun Microsystems durch den Datenbankriesen Oracle ermögliche dies in idealer Weise.

Fowler hatte den neuen Prozessor "SPARC T3" und eine Reihe darauf basierender Server im Keynote-Gepäck. Der T3 ist für Volume-Server konzipiert. Er hat 16 SPARC-V9-Kerne, 128 Threads und enthält als "System-on-a-Chip" (SoC) alle wichtigen Systemfunktionen wie Networking, Security und I/O. Dazu gehören unter anderem doppelte und multi-threaded ausgelegte 10-GbE-Ports, 16 kryptografische Beschleunigereinheiten sowie integrierte Virtualisierungstechnik für bis zu 128 Domains pro CPU. Die Taktfrequenz des in einem 40-Nanometer gefertigten Prozessors liegt übrigens "nur" bei 1,65 Gigahertz.

Auf Basis des SPARC T3 hat Sun, pardon: Oracle, eine Reihe von Servern im Angebot. Das Portfolio reicht von einem Single-Socket-Blade bis hoch zu einem 5U hohen 64-Core-Server (vier Sockel) mit 512 Threads. Fowler konnte mit Stolz vermelden, dass die T3-Server gleich neun Benchmark-Weltrekorde aufgestellt haben, darunter einen im SPECj Enterprise2010. Die Systeme laufen mit Solaris - dessen nächste Iteration "Solaris 11" Fowler für kommendes Jahr in Aussicht stellte - und der Virtualisierungslösung "Oracle VM Server for SPARC 2.0". Oracle hat sie optimiert für die hauseigene Datenbank, die Fusion Middleware und die "Applications"-ERP-Software.

Fowler bat gegen Ende seiner Keynote noch den neuen Oracle-President Mark Hurd auf die Bühne des Moscone Center North in San Francisco. Hurd, der auftrat, als habe er nie für HP gearbeitet und der die juristischen Streitigkeiten mit seinem vorigen Arbeitgeber keiner Silbe würdigte, durfte die High-end-OLTP-Maschine "Exadata X2-8" präsentieren, die Oracle-Chef Larry Ellison eigentlich bereits am Vortag vorweggenommen hatte.

Die Exadata X2-8 belegt ein komplettes Rack und enthält zwei Eight-Socket-Datenbank-Server mit zusammen 128 Intel-CPU-Kernen und 2 Terabyte Arbeitsspeicher, 14 Exadata-Storage-Server mit nochmals 168 Intel-CPU-Kernen und 336 Terabyte RAW-Kapazität und mehr als 5 Terabyte schnellen Flash-Cache. Dazu kommen noch verschiedene Kompressions-Tier, interne Verbindungen über 40-Gigabit-Infinband sowie 10-GbE-Anschlüsse zur Kommunikation mit der Außenwelt. Beim Betriebssystem haben Kunden die Wahl zwischen Oracle Solaris 11 Express oder Oracle Linux mit dem neuen Unbreakable Enterprise Kernel.

Oracle tituliert die Exadata X2-8 als "sicherste Datenbankmaschine der Welt". Das System erlaube Queries über voll verschlüsselte Datenbanken praktisch ohne Overhead mit Hunderten von Gigabyte pro Sekunde. Dies wird laut Hersteller dadurch ermöglicht, dass die Entschlüsselung nicht von Software erledigt, sondern direkt über die Hardware beschleunigt wird.