Aufmerksam, flexibel, hartnäckig

Jobwechsel in schwierigen Zeiten

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Wer heute eine neue Stelle sucht, braucht Instinkt und Selbstbewusstsein. Drei Jobwechsler erzählen.
Die Konkurrenz um eine freie Stelle ist groß. (Bild: Fotolia/Monkey Business)
Die Konkurrenz um eine freie Stelle ist groß. (Bild: Fotolia/Monkey Business)
Foto: Monkey Business/Fotolia.com

Ein Blick in die Stellenmärkte und Jobbörsen bietet nur wenig Erfreuliches. Das Angebot schrumpfte im vergangenen Jahr ähnlich rapide wie mancher Gletscher in der Sommerhitze. Vor allem Absolventen müssen derzeit lange nach der ersten Festanstellung suchen. Doch für erfahrene IT-Experten bieten sich auch Chancen. Drei Jobwechsler erzählen, wie sie ihren neuen Arbeitgeber fanden.

Der Aufmerksame

Richtig intensiv suchte Christoph Markert nicht nach einer neuen Stelle. Wirklich zufrieden war er allerdings in seinem Job als Berater auch nicht. Doch der 28-Jährige hielt die Augen offen, aktualisierte regelmäßig sein Xing-Profil und pflegte sein Kontaktnetz. Immer wieder erreichten ihn Anfragen von Personalberatern, doch meist verbargen sich keine interessanten Angebote dahinter.

Christoph Markert: 'Im SAP-Bankenumfeld gab es auch in der Krise noch Jobangebote.'
Christoph Markert: 'Im SAP-Bankenumfeld gab es auch in der Krise noch Jobangebote.'

Studiert hatte Markert Informationstechnik an der Dualen Hochschule in Stuttgart. Anschließend durchlief er ein Trainee-Programm bei Accenture. "Mein Berufsziel war immer der SAP-Bereich", sagt Markert. 2007 wagte er den Schritt in die Selbständigkeit. Ein Projekt im SAP-Umfeld führte ihn in eine große Bank. Noch stärker als in einer Festanstellung war er jetzt den Konjunkturschwankungen am Arbeitsmarkt ausgesetzt. "Als Freiberufler muss man cool bleiben, wenn von Kürzungen gesprochen wird", erinnert er sich. Schließlich entschied er sich doch wieder für eine feste Stelle. Er heuerte als SAP-Berater bei einer internationalen Beratungsfirma an und brachte sein bisheriges Projekt gleich mit ein. Doch seine Erwartungen erfüllten sich nicht: "Ich war weiter als Einzelkämpfer beim Kunden und hatte wenig Kontakt zu den Kollegen. Eine Integration in das Unternehmen war daher schwierig."

In einem Mitarbeitergespräch mit seinem Vorgesetzten Anfang 2009 sprach Markert diese Probleme an, doch es änderte sich nichts. "Ich war zwar unzufrieden mit meiner beruflichen Situation, doch es gab keinen akuten Handlungsbedarf. Wenn ich kein Jobangebot erhalten hätte, wäre ich sicher bei meinem Arbeitgeber geblieben", sagt er. Die Anfrage eines Personalberaters, die ihn im September 2009 über Xing erreichte, klang dann aber vielversprechend. Bald war klar, dass sich dahinter Markerts Wunscharbeitgeber verbarg.

Markert schickte seine Bewerbungsunterlagen an den Headhunter. Kurze Zeit später fand das erste Telefoninterview mit zwei Managern des künftigen Arbeitgebers statt. "In dem anderthalbstündigen Gespräch ging es vor allem um meine fachliche Qualifikation für den Job", sagt er. "Ich habe schnell Feedback bekommen und wurde zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Hier ging es nur noch darum, ob die menschliche Schiene passt. In diesem Interview wurde mir gleich ein Vertrag angeboten." Neue Aufgaben, ein internationales Umfeld und ein attraktives Gehalt bot der neue Arbeitgeber dem 28-Jährigen. Mit seinem Know-how im SAP-Bankenumfeld ist Markert sich sicher, dass er auch in Zukunft gute Joboptionen haben wird. Seine Zeit als Freiberufler möchte er nicht missen.