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Jim Clark zieht Millionenspende an Stanford zurück

03.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der IT-Veteran Jim Clark, Gründer unter anderem von Silicon Graphics und Netscape Communications, hat die Zahlung seiner insgesamt 150 Millionen Dollar schweren Spende an die Standford University teilweise ausgesetzt. Aufgrund der von der US-Regierung vor kurzem verhängten Beschränkungen zur Stammzellenforschung will Clark 60 Millionen Dollar zurückhalten. Dies erklärte der ehemalige Stanford-Professor am vergangenen Freitag in einem in der "New York Times" veröffentlichten Leserbrief. Clark hatte der Universität 1999 die Spende für ein interdisziplinäres Forschungsprojekt für die Bereiche Medizin und Ingenieurwesen zugesagt. Mit einem Teil der Summe sollte das James H. Clark Center for Biomedical Engineering errichtet werden. In seinem Brief erklärte der Silicon-Valley-Veteran, die Bestimmungen der Bush-Regierung in punkto Stammzellenforschung und Clonen benachteilige US-Forscher im internationalen Vergleich. "Andere

werden die Patente und Rechte besitzen. Eine neue pharmazeutische Industrie wird andernorts blühen", schrieb Clark. "Ich glaube, unser Land läuft Gefahr, in ein dunkles Zeitalter der medizinischen Forschung geworfen zu werden."

Obwohl Clark seine zugesagte Spende nicht in voller Höher auszahlen will, soll das Forschungszentrum wie zuvor geplant nach ihm benannt werden. Stanford-Sprecher John Ford geht jedoch davon aus, dass Clark letztendlich die fehlenden 60 Millionen Dollar an die Universität überweisen wird.