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Jigsaw setzt "Wisdom of Crowds" um

17.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Seit letztem Jahr hat die kalifornische Startup Jigsaw Data eine Datenbank mit mehr als 1,2 Millionen Geschäftskontakten für Vertriebler erstellt - geliefert nur von ihren Mitgliedern respektive Kunden. Jigsaw hat sich dazu vom populären Buch "The Wisdow of Crowds" inspirieren lassen: Jedes Mitglied zahlt monatlich 25 Dollar für den Zugang zu der Adressdatenbank - oder bringt alternativ selbst 25 neue Kontakte bei. Damit stellt Jigsaw - das nur 28 Mitarbeiter beschäftigt - sicher, dass seine Einnahmen und Datenbank stetig wachsen.

Einem Bericht von "Cnet" zufolge wird die Company aus San Mateo inzwischen zu einer ernst zu nehmenden Alternativen zu klassischen Adressbrokern wie Dun & Bradstreet, Hoover's oder Harte-Hanks, bei denen man für den Zugriff auf ihre Datenbanken wenigstens 1000 Dollar berappen muss. Noch dazu haben Jigsaws 17.000 Mitglieder allesamt ein Interesse daran, dass der Datenbestand akkurat und up-to-date ist.

Bis dato hat die Firma nur Daten über einzelne Personen bereitgestellt. Nun macht sie sich auf zu neuen Ufern, um sich von ihren größeren Wettbewerbern abzusetzen. Dazu bemüht sie sich nun, von ihren Mitgliedern zusätzliche wertvolle Informationen über Firmen zu sammeln, an die diese verkaufen - etwa Umsatz oder Mitarbeiterzahl, die für Vertriebsleute essentiell, aber auf herkömmlichem Wege nur sehr schwer zu bekommen sind.

"Wir haben eine Community, und diese Leute sind die Augen und Ohren von Firmen", erklärt Jigsaws CEO Jim Fowler. "Das sind genau die Leute, die andere Unternehmen kontaktieren und aus erster Hand über sie lernen auf eine Art und Weise, die man kaum nachmachen kann."

Für die Einordnung der Firmen nutzt Jigsaw ein Bewertungssystem, bei dem die Mitglieder keine absoluten Daten liefern müssen, sondern nur Bereiche angeben müssen (etwa null bis 25, 25 bis 100, 100 bis 250, 250 bis 1000 Mitarbeiter und so weiter). Da das System erst wenige Wochen alt ist, gibt es noch nicht allzu viele Bewertungen, aus denen man valide Informationen gewinnen könnte. Wenn sich aber mehr Mitglieder beteiligen, hofft Fowler schon bald auf brauchbare Informationen. (tc)