Siemens Enterprise Communications

"Jetzt schalten wir auf Angriff um"

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Nach der mehrheitlichen Übernahme durch den US-Investor Gores Group war es lange ruhig um die Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG. Das soll sich jetzt ändern, kündigt Geschäftsführer Stefan Herrlich an.

CW: Wie viel Siemens steckt nach der Mehrheitsbeteiligung durch die Gores Group noch in Ihrem Unternehmen?

Stefan Herrlich, Geschäftsführer von Siemens Enterprise Communications in Deutschland
Stefan Herrlich, Geschäftsführer von Siemens Enterprise Communications in Deutschland

HERRLICH: Siemens Enterprise Communications hat eine 160-jährige Geschichte in der Geschäftskommunikation unter dem Dach der Siemens AG. In dem Joint Venture arbeiten wir seit dem 1. Oktober 2008. 51 Prozent der Anteile hält die Gores Group und 49 Prozent die Siemens AG. Nach den Anteilen sind wir also ein amerikanisches Unternehmen, die Gores Group steuert unser operatives Geschäft mit. Gores hat damals unter anderem die auf Netzinfrastruktur spezialisierte Enterasys als weitere Beteiligung in das Joint Venture eingebracht.

CW: Sehen Sie sich als deutschen Anbieter?

HERRLICH: Unser Hauptsitz ist, wie gehabt, in München. Darüber hinaus haben wir aber fast überall auf der Welt Standorte. Ein großer Teil unserer Produktentwicklung und des Managements sitzt in Boca Raton sowie in Reston, USA. Bestimmte Arbeiten werden in Deutschland erledigt, aber auch in Brasilien, Osteuropa sowie in der Türkei oder Griechenland. In den USA sind vor allem Openscape und Voice-Server sowie die IP-Switch-Entwicklung angesiedelt. In München haben wir die Entwicklung für die Legacy-Produkte und befassen uns dar-über hinaus mit der Anwendungsentwicklung zu Themen wie Unified Communications (UC) oder Messaging.

CW: Im Endgerätemarkt ist Ihr Unternehmen kaum sichtbar. Müssen Sie sich hier nicht anders aufstellen?

HERRLICH: Eigentlich nicht. Wir kommen ja aus einer Vergangenheit, in der die Telefonie ein hochgradig proprietäres Geschäft war. Flapsig formuliert, haben wir es im Vergleich zu andern IT-Anbietern 15 Jahre länger geschafft, dieses proprietäre Geschäft am Leben zu halten - bis die Umwälzungen mit dem Internet Protocol (IP) kamen. Heute setzen wir für alles strikt auf offene Standards und Green IT. Wer sonst in der Branche kann das von sich behaupten? Endgeräte waren immer schon ein wesentlicher Bestandteil des Geschäfts.