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Jetzt offiziell: Der Itanium ist da

30.05.2001
Intel hat gestern offiziell sein erstes IA-64-Silizium "Itanium" auf den Markt gebracht. Der Chip dürfte allerdings vornehmlich für Entwickler und "Early Adopters" von Interesse sein.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat gestern wie vermutet seinen ersten IA-64-Prozessor "Itanium" vorgestellt - ungewöhnlich unauffällig übrigens. Daraus lässt sich ersehen, welche Bedeutung der Hersteller selbst dem ersten IA-64-Silizium beimisst. Intel hatte bereits im Vorfeld erklärt, man rechne für die erste Chipgeneration mit weniger als 100 Millionen Dollar Umsatz, weil das Produkt vornehmlich für Entwickler interessant sei. Hersteller und Analysten erwarten, dass IA-64 erst im kommenden Jahr mit dem nächsten Familienmitglied "McKinley" in kommerziellen Schwung kommt. Die gemeinsam mit Hewlett-Packard entwickelte 64-Bit-Architektur soll als Plattform 15 bis 20 Jahre lang Bestand haben und Milliarden von Dollar in die Kasse spülen.

Die Entwicklung des neuen Chips, in die Intel dem Vernehmen nach rund eine Milliarde Dollar investiert hat, gestaltete sich schwieriger als gedacht und dauerte in der Folge auch länger als erwartet. Das anfängliche Resultat ist dann auch weit weniger eindrucksvoll als erhofft - der 64-Bit-Chip erreicht in manchen Bereichen nicht einmal die Leistung aktueller Pentium-CPUs. Die Stärken der Architektur liegen grundsätzlich in der Bearbeitung großer Daten sowie der parallelen Verarbeitung von Prozessen. Zu den "Early Adopters" könnten deswegen Anwender gehören, die bereits jetzt von diesen Vorzügen profitieren - etwa bei der Verschlüsselung von Internet-Traffic oder aufwändigen Datenbank-Lösungen (Data Mining etc.).

Auf Seiten der Hersteller gab es zumindest das erwartete Commitment auf breiter Front - unter anderem stellten Entwicklungspartner HP, IBM, Compaq, Dell sowie SGI für die kommenden Monate erste Itanium-Hardware in Aussicht. Im Softwarebereich waren unter anderem Microsoft und SAS Institute mit von der Intel-Partie.

Vergleichsweise unbeeindruckt gab sich Rivale Sun Microsystems, der weiterhin auf die hauseigene (Ultra-)Sparc-Architektur setzt. "Wir sind bis jetzt erfolgreich gegen Intel angetreten, und dies wird sich durch den Itanium auch nicht ändern", erklärte Marketing Director Nancy Weintraub.