Web

Ende des Standard-Supports

Jetzt doch: IBM kündigt OS/2 ab

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
IBM stellt Ende 2006 den Standard-Support für sein Betriebssystem OS/2 ein. Fans wünschen sich wohl vergeblich, dass Big Blue es später Open Source stellt.

Auf Rechnern ist IBMs 1987 vorgestelltes OS/2 (immerhin das erste 32-Bit-Betriebssystem für PCs) praktisch nicht mehr zu finden - allerdings laufen nach Angaben von TechConsult noch immer die meisten Geldautomaten in Deutschland damit. Vermutlich aber nicht mehr lange, denn Big Blue hat jetzt einen detaillierten Plan für die Abkündigung vorgelegt. Dem zufolge endet der Standard-Support für "OS/2 Warp 4" und "OS/2 Warp Server for e-business Version 1" Ende 2006. Wer darüber hinaus Unterstützung benötigt, muss einen kostenpflichtigen Servicevertrag abschließen.

Foto: Microsoft

Aktiv weiterentwickelt hat IBM OS/2 schon seit fast zehn Jahren nicht mehr, Wartungs-Updates und Bugfixes gar es aber noch. Für zahlreiche Komponenten wird Ende dieses Jahres das Marketing eingestellt. Bis dahin gibt es auch noch (eingeschränkten) Support für neue IBM-Hardware, danach wird die Entwicklung neuer Treiber eingestellt. Bestandskunden raten die Armonker zur Migration (das ist nicht wirklich neu) und empfehlen unter anderem Linux als Alternative.

Eine Gruppe von OS/2-Enthusiasten wünscht sich, dass IBM das Betriebssystem (oder so viel davon wie möglich) als Open Source freigibt. Eine entsprechende Petition auf OSWorld.com wurde bereits von mehr als 8000 Bittstellern unterzeichnet. IBM-Sprecher Steve Eisenstadt hat das Ansinnen aber bereits abschlägig beschieden: "Eine Reihe Dritter war an der Entwicklung von OS/2 beteiligt. Es gäbe signifikante rechtliche und technische Hürden."

IBM und Microsoft hatten anfänglich bei der Entwicklung von OS/2 zusammengearbeitet; der Redmonder Softwarekonzern verabschiedete sich aber Anfang der 90er Jahre aus der Kooperation, um sich voll auf das hauseigene Windows zu konzentrieren. IBM gelang es in der Folge zu keinem Zeitpunkt, einen breiten Markt für OS/2 zu erschließen. (tc)