Heinz Sebiger: "Wir bleiben Zentralisten"

Jeder dritte Steuerberater im Datev-Netz

16.06.1978

NÜRNBERG (CW) - Die Datev, DV-Genossenschaft der steuerberatenden Berufe, wächst unaufhaltsam: Knapp 1400 Genossen - ein sattes Drittel der Berufsangehörigen - stehen in der Mitgliederliste. Rund 106 Millionen Mark Umsatz bringt das 1978 in die Datev-Kasse (1977: 96 Mio.), reichlich 7000 Mark pro Mitglied.

Wachstum auch an anderen Stellen des eng geknüpften bundesweiten Netzes mit der Rechenzentrale Nürnberg. Die Zahl der hinter den Genossen stehenden Mandanten kletterte auf über eine halbe Million. In 2555 Steuerkanzleien arbeiten bereits online-geschaltete Terminals (meist von Triumph-Adler und Olivetti), die Steuerrechtsdatenbank speichert über 40 000 Dokumente, von 500 auf über 700 wuchs seit Jahresanfang die Zahl der Dialogteilnehmer.

Nahe der Datev-Zentrale wurde die ehemalige Schuco-Spielzeugfabrik erworben, mit einem Aufwand von 18 Millionen Mark entsteht daraus ein zusätzliches Verwaltungs- und Rechenzentrum: plus 11 000 Quadratmeter Nutzfläche. Zu den vorhandenen DV-Installationen im Wert von rund 90 Millionen Mark kommen in Kürze ein neues IBM-Großsystem 3033, ein zusätzlicher Massenspeicher IBM 3850 und acht Laserdrucker. Jeweils drei Drucker von IBM und Siemens laufen bereits im Probebetrieb, jeweils einer kommt in Kürze dazu. Datev-Vorstand Heinz Sebiger hat schon neue Pläne: "Wir werden in Kürze eine total neue Software-Konzeption vorlegen."

Für Rechtsanwälte soll eine ähnliche Service-Organisation aufgezogen werden wie für Steuerberater. Aber an der geballten Rechner-Power in Nürnberg wird sich nichts ändern. Sebiger: "Wir sind Zentralisten und werden es bleiben."