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Jede Menge Rechner mit Pentium 4

20.11.2000
Alle großen Hersteller bringen heute erste PCs mit dem neuen Intel-Chip auf den Markt. Das US-Magazin "Fortune" hat einige Preise und Konfigurationen schon vorab veröffentlicht.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel stellt heute offiziell seinen neuesten Highend-Prozessor "Pentium 4" (früherer Codename "Willamette") vor (Computerwoche.de berichtete). Wie üblich kommen die großen PC-Hersteller zeitgleich mit entsprechenden Systemen auf den Markt. Die sorgfältig gehüteten Geheimnisse sind allerdings keine mehr, denn das US-Magazin "Fortune" hat die Konfigurationen einiger neuen Rechnermodelle bereits auf seiner Site veröffentlicht (und sich damit ganz sicher den Zorn von Intels PR-Abteilung zugezogen, wie die britischen Kollegen vom "Register" mutmaßen).

Folgende P4-Systeme listet "Fortune" bereits auf - für den Fall, dass die entsprechende Seite auf mysteriöse Weise verschwinden sollte:

"Dell Dimension 8100", 1,5 Gigahertz, 128 MB RAM, 40-GB-Platte, 12x-DVD-Laufwerk, CD-Brenner, 19-Zoll-Monitor, Preis 3400 Dollar;

"Gateway Performance 1500XL", 1,5 Gigahertz, 128 MB RAM, 45-GB-Festplatte, DVD-Laufwerk und CD-Brenner, TV-Tuner, Sound-System von Boston Acoustics, 19-Zöller, 3500 Dollar, sowie

"IBM Netvista A60i", 1,5 Gigahertz, 128 MB RAM, 45-GB-Festplatte, DVD-Laufwerk und CD-Brenner, "Geforce2"-Grafikkarte von Nvidia, 10/100-Mbit/s-Ethernet-Adapter, Preis 3250 Dollar.

Lediglich Hewlett-Packard ist es offenbar gelungen, seine Pentium-4-Pläne tatsächlich bis zum Montag unter NDA (Non-Disclosure Agreement) zu halten.

Für die meisten Business PCs, findet die Meta Group, mache der neue Intel-Chip ohnehin nicht viel Sinn. Die übliche Office-Software könne mit der gebotenen Mehrleistung nur wenig anfangen, und der Pentium 4 sei nun einmal deutlich teurer als der Pentium-III. Lediglich für Arbeitsplätze, an denen ständig im Internet gesurft werde, und natürlich für die so genannten "Power-User", die stets nur die neueste Technik akzeptierten, sei eine Aufrüstung gerechtfertigt.

Die neue "Netburst"-Architektur des Pentium 4, so die Auguren, bringe vor allem in den Bereichen Internet, Verschlüsselung und Multimedia entscheidende Verbesserungen mit sich. Dazu gehörten unter anderem

die "Rapid Execution Engine", ein spezieller Speicher-Cache, der mit doppelter Prozessorgeschwindigkeit getaktet ist und häufige Instruktionen wie Addition und Subtraktion erledigt;

der "Execution Trace Cache", ein eigener Memory-Cache, der Daten für Hochgeschwindigkeits-Berechnungen zwischenspeichern kann;

die "Advanced Dynamic Execution" getaufte Fähigkeit, parallele Muster zu erkennen und Aufgaben zu priorisieren;

der 400 Megahertz schnelle Systembus, über den Daten deutlich schneller zum und aus dem Prozessor fließen können, sowie

insgesamt 144 neue Multimedia-Befehle, die beispielsweise Video-Rendering oder Audio-Bearbeitung deutlich beschleunigen.