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JDS Uniphase sieht kein Ende der Krise

26.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Netzwerkausrüster JDS Uniphase verbuchte im Schlussquartal seines Geschäftsjahres 2002 (Ende: 30. Juni) erneut einen drastischen Umsatzeinbruch: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpften die Einnahmen um 63 Prozent von 601,1 Millionen auf 221,7 Millionen Dollar. Im vorangegangenen dritten Quartal hatte das kanadisch-kalifornische Unternehmen noch 15 Prozent höhere Umsätze erwirtschaftet.

Stark rückläufig war immerhin auch der Nettoverlust, der im Jahresvergleich von 12,36 Milliarden oder 9,39 Dollar pro Aktie auf 996,6 Millionen Dollar oder 73 Cent je Anteil zurückging. Damals hatte der Glasfaserspezialist aber Abschreibungen in Höhe von 10,31 Milliarden Dollar ausgewiesen. Im aktuellen Berichtszeitraum beliefen sich diese Sonderposten auf "lediglich" 739,8 Millionen Dollar. Auf Pro-forma-Basis schrieb JDS Uniphase ein Minus von 140 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie.

Im Gesamtjahr verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von 8,69 Milliarden oder 6,47 Dollar pro Aktie verglichen mit einem Defizit von 56,12 Milliarden oder 51,40 Dollar je Anteil im Jahr zuvor. Die Einnahmen sanken um 66 Prozent von 3,23 Milliarden auf 1,1 Milliarden Dollar.

Als Reaktion auf den anhaltenden Geschäftseinbruch plant das Unternehmen, nun weitere Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen des “Global Realignment Program” vorzunehmen. Dabei sind erneut Fabrikschließungen und Entlassungen geplant. Seit Beginn der Krise hat der Konzern nach eigenen Angaben Einsparungen von rund 995 Millionen Dollar jährlich erzielt. Dabei wurden einige Produktionsstätten dicht gemacht und die Zahl der Belegschaft von 29.000 Anfang 2001 auf aktuell knapp über 9000 Mitarbeiter gesenkt.

Außerdem gab JDS Uniphase bekannt, dass Syrus Madavi den bisherigen COO (Chief Operating Officer) Gregory Dougherty ersetzen soll. Madavi war zuvor als Senior Vice President bei Texas Instruments tätig, vor der Übernahme durch den Chipriesen war der Top-Manager lange Jahre als Chairman, President und CEO bei Burr-Brown tätig, einem Hersteller von integrierten Schaltkreisen. Ferner teilte das Unternehmen mit, dass Finanzchef Tony Muller zum Ende des laufenden Quartal in den Ruhestand gehen wird. (mb)