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JDS Uniphase schreibt vierten Milliardenverlust in Folge

25.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der TK-Ausrüster JDS Uniphase musste das vierte Quartal in Folge mehr als eine Milliarde Dollar Verlust ausweisen. Im zweiten Geschäftsquartal 2002, das am 31. Dezember endete, verbuchte der TK-Ausrüster einen mehr als doppelt so hohes Nettodefizit wie ein Jahr zuvor: Das Minus stieg von 895,4 Millionen Dollar oder 93 Cent je Anteil auf 2,13 Milliarden Dollar oder 1,60 Dollar pro Aktie. Auf Pro-forma-Basis, also ohne die mehr als 1,4 Milliarden Dollar hohen Abschreibungen, beläuft sich der aktuelle Fehlbetrag auf 255 Millionen Dollar oder 19 Cent pro Aktie. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte JDS Uniphase noch einen Gewinn von 208 Millionen Dollar oder 21 Cent je Anteil erzielt. Der Umsatz ging in den Monaten Oktober, November und Dezember um 69 Prozent von 925,1 Millionen auf 286,1 Millionen Dollar zurück. Laut First Call/Thomson hatten die Analysten im Schnitt mit Einnahmen in Höhe

von 284,3 Millionen Dollar gerechnet.

Noch vor einem Monat hatte das im kanadischen Ottawa und San Jose, Kalifornien, ansässige Unternehmen erklärt, man rechne für das laufende Quartal mit einem weiteren Umsatzrückgang um zehn bis 15 Prozent, anschließend werde das Geschäft jedoch wieder langsam anziehen. Nun bekräftigt JDS Uniphase diese Erwartung, rechnet jedoch mit weiteren Einnahmen in Höhe von 18 bis 19 Millionen Dollar, die die vor kurzem gekaufte IBM-Fertigungsstätte für Optical Transceiver erbringen soll (Computerwoche online berichtete). Finanzchef Anthony Muller befürchtet allerdings, dass auch im laufenden Quartal der Tiefpunkt noch nicht erreicht sein wird. So könnten die Gerätehersteller selbst bei einer Erholung des Marktes ihre Kunden zunächst mit Waren aus dem Lagerbestand bedienen, bevor sie bei JDS Uniphase neue Teile ordern. Die im vergangenen Jahr

vorgenommenen Restrukturierungsmaßnahmen hätten es dem Konzern jedoch ermöglicht, profitabel zu wirtschaften, wenn die Einnahmen wieder steigen. Dennoch schließt der TK-Ausrüster weitere Produktionsstillegungen und zusätzliche Entlassungen nicht aus.