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JDS sieht trotz reduzierter Umsatzerwartungen ein Ende der Talsohle

25.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl der TK-Ausrüster JDS Uniphase zum siebten Mal in diesem Jahr seine finanziellen Ziele nach unten setzte, legte der Kurs der Aktie am Montag um 19 Prozent zu. Grund war eine Prognose von Finanzchef Anthony Muller, dass die Talsohle in Sicht sei und das Geschäft bald wieder anziehen werde. Außerdem verkündete JDS, die Firma sei ihrem bisherigen Plan zum Stellenabbau um zirka zwei Monate voraus. Bereits jetzt habe die Company die Anzahl der Mitarbeiter von 29 000 Angestellten Anfang des Jahres auf 14 000 reduziert. Diese Summe wollte der TK-Ausrüster ursprünglich erst Mitte des kommenden Quartals erreichen.

Der in San Jose, Kalifornien, und Ottawa, Kanada, ansässige Glasfaserspezialist schätzt nun, dass die Umsätze im ersten Finanzquartal 2001/02 (Ende: 30. September) rund 325 Millionen Dollar betragen werden. Das sind 46 Prozent weniger Einnahmen als JDS im vierten Quartal (601 Millionen Dollar) erwirtschaftete und bedeutet einen Rückgang um 59 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (786 Millionen Dollar). Damals enthielt das Ergebnis außerdem nicht die Umsätze des ehemaligen Konkurrenten SDL, den JDS im Februar für 41 Milliarden Dollar übernahm. Die Unternehmensleitung machte jedoch keine Aussage zu dem erwarteten Verlust im laufenden Vierteljahr.

Laut Finanzchef Muller werden die Umsatzzahlen auch im zweiten Fiskalquartal, das im Dezember endet, zurückgehen. JDS sei jedoch nahe an einer Stabilitätsebene, von der aus es wieder nach oben geht. Grund zu dieser Zuversicht geben Schätzungen, dass Kunden wie Nortel Networks oder Lucent ihre Lagerbestände bereits stark reduziert hätten. Deren Wert ist nach Ansicht eines Analysten von Credit Suisse First Boston von rund 4,9 Milliarden Dollar Ende Juni auf rund auf drei Milliarden Dollar zurückgegangen. Dadurch könnten die Umsätze der Komponentenindustrie trotz aktuell geringer Ausgaben steigen. Die Beraterbank sprach vergangene Woche eine Kaufempfehlung für JDS-Aktien aus, senkte jedoch die Umsatzerwartungen der Firma im laufenden Quartal um 18 Prozent auf 310 Millionen Dollar. Credit Suisse äußerte sich jedoch optimistisch, dass das Unternehmen mit Barreserven von 1,8 Milliarden Dollar die Krise überlebt. Am Montag stieg die am Nasdaq

gehandelte Aktie um rund einen Dollar auf 6,93 Dollar, weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 111,19 Dollar. Wegen der seit Ende Juni gefallenen Marktkapitalisierung will JDS im ersten Quartal zusätzliche Abschreibungen ausweisen.