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JDE-Übernahme bewahrt Peoplesoft vor sinkenden Lizenzerlösen

10.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Oracle erhält bei seinen Übernahmeplänen unfreiwillig Argumentationshilfe von Peoplesoft. Der Datenbankriese behauptet seit geraumer Zeit, dass Peoplesoft weniger neue Softwarelizenzen verkauft als seine engsten Wettbewerber und somit längerfristig Marktanteile verliert. Da Peoplesoft in seinen Bilanzen den Beitrag der im Juli übernommenen Softwareschmiede J.D. Edwards (JDE) nicht detailliert ausweist, konnte Oracle dafür aber keine Beweise vorlegen.

In seinem offiziellen Jahresbericht 2003 musste Peoplesoft nun erstmals Farbe bekennen. So kletterten die Lizenzumsätze gegenüber 2002 insgesamt zwar von 530 Millionen auf 538 Millionen Dollar. Wie aus dem SEC-Filing hervorgeht, wären die Softwareerlöse ohne JDE gegenüber dem Vorjahr um 106,6 Millionen Dollar oder mehr als 20 Prozent eingebrochen. Insgesamt profitierten die Kalifornier von dem 1,8 Milliarden Dollar teuren Zukauf mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 193 Millionen Dollar.

Auch Oracle und SAP verzeichneten 2003 einen Rückgang der Lizenzeinnahmen, der allerdings deutlich niedriger ausfiel. Die Softwareerlöse des Walldorfer Konzerns gingen im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zurück. Oracle verbuchte im Ende Mai 2003 abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 einen Einbruch um 14 Prozent. In den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres legten die Lizenzeinnahmen jedoch um elf Prozent zu.

Als Grund für den Rückgang der Lizenzerlöse nannte Peoplesoft die Auswirkungen des Irak-Kriegs und die rückläufigen Softwareausgaben von Regierungsbehörden. Außerdem hatte das Management um CEO Graig Conway wiederholt erklärt, dass Oracles Übernahmeangebot für Unruhe im Markt sorge. (mb)