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Jboss streitet mit Sun über J2EE-Zertifikat

02.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zwar erfreut sich der Java-Applikations-Server Jboss wachsender Beliebtheit, doch im Gegensatz zur Konkurrenz verfügt das Produkt bisher nicht über ein J2EE-1.3-Zertifikat. Und dies, obwohl laut der Firma Jboss Group LLC die Software dem Standard bereits entspricht. Für die J2EE-Zertifizierung ist Sun Microsystems zuständig, doch nach Darstellung des Gründers und Geschäftsführers Marc Fleury blockiert der Java-Erfinder alle Bemühungen, den Server zu zertifizieren. Dem widerspricht Sun mit dem Hinweis, man habe Jboss die Möglichkeit zur Softwarezertifizierung verschafft. Offenbar konnten sich beide Seiten bisher nicht über die Kosten für die Vergabe des J2EE-Gütesiegels einigen. Fleury behauptet, um ein Verhandlungsgespräch gebeten zu haben, bei dem es unter anderem die Preise für die Testsoftware gehen sollte,

die verantwortlichen Sun-Manager seien bisher jedoch nicht greifbar gewesen.

Die neue Entwicklerversion von Jboss 4.0 gestattet es, Software nach dem Modell des "Aspect-oriented Programming" (AOP) zu schreiben - ein Konzept, das vor mehr als zehn Jahren am Palo Alto Research Center erfunden wurde. Auf diese Weise soll es Softwareentwicklern erleichtert werden, Applikationen zu bauen und diese dann mit für den Unternehmenseinsatz wichtigen Funktionen wie Objekt-Persistenz, Caching und Replikation, zu versehen. "Damit können Entwickler genauso einfach Software für die Java-Plattform schreiben, wie es heute mit .NET für die Microsoft-Welt möglich ist", verspricht Firmenchef Fleury. (fn)