Oracle

Java SE 7 ist fertig

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Mit Java SE 7 ist das erste Major Release von Java für den Desktop unter der Verwaltung von Oracle erschienen.

Oracle betont in seiner Ankündigung ausdrücklich, das Release von Java SE 7 sei das Ergebnis einer branchenweiten Entwicklung mit Open Review, wöchentlichen Builds und intensiver Zusammenarbeit von Oracle-Entwicklern und Mitgliedern des weltweiten Java-Ökosystems via OpenJDK-Community und Java Community Process (JCP). Java war durch die Übernahme von Sun Microsystems unter die Obhut von Oracle geraten.

Aus Entwickler- und auch Nutzersicht bietet Java SE 7 eine Menge wichtiger und interessanter Neuerungen. Hervorzuheben wären insbesondere

  • Änderungen der Programmiersprache, die die Produktivität von Entwicklern steigern und häufig wiederkehrende Aufgaben durch weniger benötigten Code, eine klarere Syntax sowie besser lesbaren Code vereinfachen sollen (JSR 334: Project Coin);

  • bessere Unterstützung für dynamische Sprachen wie Ruby, Python und Javascript und dadurch erheblich bessere Performance auf der JVM (JSR 292: InvokeDynamic);

  • eine neue Multicore-API, mit der Entwickler Probleme leichter in Aufgaben aufspalten können, die dann parallel von einer beliebigen Anzahl CPU-Kerne abgearbeitet werden (JSR 166: Fork/Join Framework);

  • ein umfassendes I/O-Interface für Dateisysteme, die mehr Dateiattribute unterstützen und mehr Informationen im Fehlerfall ausgeben (JRS 203: NIO.2);

  • neue Netz- und Sicherheits-Features;

  • erweiterte Unterstützung für Internationalisierung (I18n) inklusive Support für Unicode 6.0, sowie

  • Updates für eine Reihe von Libraries.

Die Entwicklung von Java SE 7 hat über fünf Jahre gedauert und litt unter allerlei Verzögerungen. "Die eigentliche Neuheit ist, dass wir jetzt endlich shippen", konzedierte Java Chief Architect Mark Reinhold bei der Ankündigung des Release Candidates Anfang des Monats. "Das ist kein so revolutionäres Release wie einige in der Vergangenheit, sondern eher eine evolutionäre Weiterentwicklung. Es gibt ein paar signifikante Verbesserungen, aber nichts wirklich Weltbewegendes."

Bei der Entwicklung von Java SE 7 wurde laut Oracle großer Wert auf Abwärtskompatibilität gelegt, um die Kenntnisse von Java-Entwicklern möglichst zu erhalten und bisherige Java-Investitionen zu schützen.

Entwickler, die schon jetzt auf Java SE 7 umsatteln wollen, können dafür entweder die Netbeans-IDE 7.0, Eclipse Indigo mit zusätzlichen Java-SE-7-Plug-in oder IntelliJ IDEA in Version 10.5 verwenden. Oracle JDeveloper soll JDK 7 mit einem Release später in diesem Jahr unterstützen.

"Oracle hat ein starkes, begründetes Interesse am Erfolg der Java-Plattform und die feste Absicht, eine konsistente, hoch leistungsfähige und qualitativ hochwertige Java-SE-Implementierung bereitzustellen", erklärte Hasan Rizvi, Senior Vice President Oracle Fusion Middleware and Java Products. "Wir werden das Java-SE-7-Release über das komplette Fusion-Middleware-Portfolio hinweg unterstützen."

Java ist nach Angaben von Oracle auf 97 Prozent aller Unternehmens-Desktops installiert. Jährlich werden eine Milliarde Java-Installer heruntergeladen, neun Millionen Entwickler sind weltweit registriert und machen Java damit laut TIOBE Programming Community Index zur Programmiersprache Nummer 1. Mehr als drei Milliarden Geräte weltweit laufen mit Java.