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Java: Microsoft ist zu schnell für Sun

21.08.2001
Bittere Pille für Java-Erfinder und -Gralshüter Sun Microsystems: Dessen Entwickler schaffen es nicht mehr, rechtzeitig eine Java Virtual Machine für Windows XP und den Internet Explorer 6 abzuliefern.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft wird sich schon etwas dabei gedacht haben, so lange mit der Ankündigung zu warten, das neue Windows XP werde ohne Virtuelle Maschine für Sun Microsystems´ Java ausgeliefert (Computerwoche online berichtete). Nun schaffen es die Sun-Entwickler in Palo Alto auch unter Hochdruck nämlich nicht mehr, rechtzeitig eine eigene Java Virtual Machine fertig zu stellen, die kompatibel zum mit XP ausgelieferten neuen Browser Internet Explorer 6 ist.

Dabei wäre dies eine hervorragende Gelegenheit gewesen, Microsoft (das nach der Niederlage im Java-Lizenzstreit bekanntlich nur noch seine vier Jahre alte Virtuelle Maschine anbieten darf) mit einer schnelleren und leistungsfähigeren Java-Implementierung zu düpieren. Daraus wird vorerst nichts, denn die meisten PC-Anbieter wollen nicht warten, bis Sun seine Software liefern kann. Jüngstes Beispiel ist Compaq, das seine neuen XP-Rechner entgegen früherer Stellungnahmen nun zwar doch mit einer virtuellen Maschine bestücken wird, aber mit der des Betriebssystemlieferanten und nicht der des Java-Erfinders.

Grundsätzlich lässt Microsoft seinen PC-OEMs bei der Wahl der Virtuellen Maschine aber völlig freie Hand. Anwender können ohnehin auch später noch eine Java-Variante ihrer Wahl nachinstallieren - angesichts der nicht eben geringen Download-Größen wird aber sicher so mancher Nutzer von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen.