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Java Community Process wird offener

10.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der neuen "Version" 2.6 ist der für die Standardisierung von Sun Microsystems' Java zuständige Java Community Process (JCP) offener und dynamischer geworden. Bereits die ersten Entwürfe ("first draw review") neuer Techniken sind künftig öffentlich zugänglich und bieten Entwicklern damit frühzeitig die Möglichkeit der Beteiligung. "Eine der größten Änderungen, die wir mit 2.6 vorgenommen haben, ist die Einführung eines Transparenzplans zu jedem JSR [Java Specification Request]", erklärte Aaron Williams, Executive Relations Manager des JCP und Sun-Mitarbeiter.

Rick Ross, Gründer der unabhängigen Entwickler-Organisation Javalobby.org, begrüßt die Änderungen. "Ich bevorzuge stets mehr Transparenz, weil ich glaube, dass es jede Menge Leute gibt, die zwar sinnvolle Einsichten oder Beiträge zum Prozess insgesamt bieten können, aber die Zeit oder anderen Ressourcen für eine offizielle JCP-Mitgliedschaft nicht erübrigen können", so Ross.

Weitere Änderungen in JCP 2.6 betreffen unter anderem die Verlagerung der Abstimmung über einen JSR von der ersten auf die zweite Review-Phase (dies soll die Entwicklung beschleunigen), neue Tools, die Projektleitern die Verwaltung einer JSR erleichtern sollen, sowie "Overseer Aliases", die auch Interessierten die Mitarbeit ermöglichen, auch wenn sie nicht genügend Zeit haben, um offiziell an einer JSR-Expertengruppe mitzuwirken.

IBM hatte Sun unlängst vorgeworfen, es halte mit dem JCP zu sehr den Daumen auf die Java-Weiterentwicklung, und einen stärker Open-Source-orientierten Entwicklungsprozess gefordert. Zum JCP 2.6 wollte Big Blue nicht Stellung nehmen. (tc)