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Japans Chiphersteller üben den Schulterschluß

26.10.1999
NEC und Toshiba sehen rot

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die zehn größten japanischen Halbleiterhersteller haben sich im Rahmen eines auf fünf Jahre konzipierten und mit fast zwei Milliarden Dollar geförderten Projekts zusammengeschlossen, um gemeinsam Fertigungsprozesse der Zukunft zu entwickeln. Die beteiligten Konzerne (NEC, Toshiba, Hitachi, Fujitsu, Mitsubishi, Matsushita, Sony, Sharp, Sanyo sowie Oki) wollen eine Technologie entwickeln, mit der sich Halbleiter mit Strukturen kleiner 0,1 Mikrometer fertigen lassen (zum Vergleich: Intel baut den brandneuen "Coppermine" in einem 0,18-Mikrometer-Prozeß). Mit im Boot ist auch das Ministerium für Außenhandel und Industrie (MITI), was unter Umständen die Kartellwächter in Europa und den USA auf den Plan rufen könnte. Seit massiven US-Protesten in den frühen 80er Jahren hatte es in Japan keine Halbleiter-Kooperation mit Beteiligung des Staates mehr gegeben.

Derweil haben NEC und Toshiba wenig erfreuliche Halbjahresbilanzen präsentiert. NEC mußte in den ersten sechs Monaten seines Fiskaljahres 1999/2000 ein Minus von 465 Millionen Dollar ausweisen. Im Vorjahr war der Fehlbetrag mit 187 Millionen Dollar deutlich niedriger ausgefallen. Die Einnahmen von NEC im ersten Halbjahr betrugen 21,52 Milliarden Dollar. Für den Rest des Geschäftsjahres erwartet Senior Vice-President Shigeo Matsumoto eine deutliche Trendwende, die in einen Jahresgewinn von knapp 190 Millionen Dollar münden soll.

Ein ähnliches Bild bietet sich bei Toshiba. Der Konzern wies ein Minus von 460 Millionen Dollar aus, 373 Millionen davon gehen auf das Konto von Restrukturierungsmaßnahmen im Halbleiterbereich. Die Umsätze des Konzerns betrugen 14,5 Milliarden Dollar, ein Rückgang um drei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Toshiba Einnahmen von 33 Milliarden Dollar und einen Nettoverlust von 280 Millionen Dollar.