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Japanische Kartellbehörde rügt Intels Geschäftspraktiken

08.03.2005
Die Japan Fair Trade Commission hat Intel wegen unfairer Geschäftspraktiken verwarnt. PC-Bauer erhielten Rabatte, wenn sie keine oder nur wenige Chips der Konkurrenz kauften.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die japanische Kartellbehörde Japan Fair Trade Commission (JFTC) hat den Chipriesen Intel wegen unfairer Geschäftspraktiken verwarnt. Aus Sicht der Wettbewerbshüter habe Intel japanischen PC-Herstellern Preisnachlässe angeboten, wenn diese keine oder nur eine beschränkte Anzahl von Prozessoren bei Wettbewerbern wie Advanced Micro Devices (AMD) oder Transmeta einkauften. Um ihren Vorwurf zu untermauern, hatte die JFTC bereits vor elf Monaten drei japanische Büros von Intel untersucht (Computerwoche.de berichtete).

Marktstudien von IDC scheinen den Vorwurf zu unterstützen: Obwohl AMDs Prozessoren aus technischer Sicht seit 2003 deutlich aufgeholt haben, schrumpfte der Marktanteil in Japan bis 2004 auf acht Prozent. Für 2002 hatten die Marktforscher von IDC noch einen Marktanteil von 18 Prozent ermittelt. Intel konnte seinen Anteil dagegen laut Schätzungen von IDC von 78 Prozent auf 90 Prozent ausbauen.

Als Reaktion erteilte die JFTC Intel eine Verwarnung und unterbreitete Vorschläge, wie der US-Chipgigant die gegen ihn erhobenen Vorwürfe aus der Welt schaffen könne. Bei Nichtumsetzung der Empfehlungen will die Kartellbehörde weitere Maßnahmen ergreifen.

Im vergangenen Juli hatte die Behörde bereits Microsoft wegen unfairer Geschäftspraktiken verwarnt. Nach Angaben der JFTC mussten Computerbauer dem Softwareriesen uneingeschränkten Einblick in ihr intellektuelles Eigentum gewähren, um ihre Rechner mit vorinstalliertem Windows-Betriebssystem ausliefern zu dürfen. Außerdem sicherte sich Microsoft ein kostenloses Nutzungsrecht für Hardware-Patente, die Auswirkungen auf die installierte Software haben (Computerwoche.de berichtete). (mb)