Management-Ikone

Jack Welch watscht HP-Verwaltungsrat ab

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Der frühere General-Electric-Boss Jack Welch lässt am Board von Hewlett-Packard (HP) kein gutes Haar.
Jack Welch, 1988 bis 2001 CEO von GE
Jack Welch, 1988 bis 2001 CEO von GE

Im Rahmen des World Business Forum in New York zog der mittlerweile 75-Jährige am Dienstag ordentlich über den Verwaltungsrat von HP vom Leder, wie das "Wall Street Journal" berichtet. "Das Board von Hewlett-Packard hat in den vergangenen zehn Jahren gesündigt", so Welch. "Sie haben eine der wichtigsten Aufgaben eines Boards nicht erledigt, nämlich die nächste Führungsgeneration vorzubereiten."

HP steht bald unter der dritten neuen Führung in rund elf Jahren. Mark Hurd musste im August nach einer Affäre und manipulierten Spesenabrechnungen seinen Hut nehmen; im Jahr 2005 hatte der Verwaltungsrat die damalige CEO Carleton "Carly" Fiorina nach strategischen Differenzen geschasst.

Aus Sicht von Welch ist der Job eines Verwaltungsrats, Chief Executive Officer auszuwählen, ihnen bei der Entwicklung der Strategie zu helfen, dazu beizutragen, dass sie sich gut fühlen - und wenn sie ihren Job nicht gut machen "to get them the hell out of there". "Die Truppe bei HP tut scheinbar nichts von alledem", klagte der Management-Guru. "Es endet immer damit, dass sie den CEO hochgehen lassen und niemanden im Hinterkopf haben, der ihn ersetzen könnte. Wo zum Teufel war da das Leadership Development? Wer sind diese Verwaltungsräte?"

Auf die Frage von Alan Murray vom "WSJ", ob er irgendjemandem im HP-Board persönlich kenne, erwiderte Welch: "Und wenn, dann würde ich es nicht zugeben." Von einer HP-Sprecherin gab es zu den Äußerungen (wie nicht anders zu erwarten) keinen Kommentar.