Web

Flight-Konferenz

Jack Dorsey entschuldigt sich bei Twitter-Entwicklern

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der neue Twitter-Chef Jack Dorsey hat sich bei den Entwicklern entschuldigt, die auf Twitter als Plattform setzen.

"Irgendwo unterwegs ist unsere Beziehung mit Entwicklern ein wenig kompliziert geworden", sagt der Twitter-Mitgründer laut "Wall Street Journal" zu den Besuchern der künftig wohl wieder jährlichen Twitter-Entwicklerkonferenz Flight. "Unsere Entwickler-Beziehung wurde verwirrend, unvorhersehbar. Heute kommen wir hierher und möchten uns für die Verwirrung entschuldigen." Er würde gern "das Verhältnis zurücksetzen", so Dorsey weiter.

In der Vergangenheit von Twitter waren es die Third-Party-Entwickler gewesen, die heute fundamentale Features des Kurznachrichtendienstes wie das Veröffentlichen von Fotos oder Verkürzen von URLs gebaut und populär gemacht hatten. Das führte allerdings auch zu einem gewissen "Wildwuchs" unter den Third-Party-Apps, die vollkommen unterschiedlich aussahen und funktionierten.

Angsichts dessen fühlte sich Twitter dann seit 2011, seinerzeit unter der Ägide von Dick Costolo, berufen, sich die Kontrolle über seine "Core Experience" (Kern-Nutzererfahrung) zurückzuholen. Das traf vor allem bis dahin beliebte Consumer-Clients wie Tweetbot - das sich gerade mit einer sehr schönen neuen Version zurückgemeldet hat -, Twitterrific oder Echofon und deren Developer hart; teilweise zogen sie sich sogar vergrätzt ganz von der Plattform zurück.

In diesem Jahr handelte sich Twitter erneut den Ärger seiner Nutzerschaft zu, als es "Politwoops" dicht machte. Dieser Dienst verbreitete über mehrere, seit Jahren etablierte Twitter-Konten von Politikern eigentlich gelöschte Tweets. Twitter begründete die Stilllegung mit Verstößen gegen seine Nutzungsbedingungen.

Dorsey versprach nun mehr Transparenz und einen offenen Dialog mit den Entwicklern. "Wir stehen in der Verantwortung, auch weiterhin Organisationen zu beliefern, die so wie 'Politwoops' Transparenz schaffen wollen", sagte der CEO.

Produktseitig gab es auf der Flight-Konferenz eine Fülle von Neuankündigungen, über die unter anderem "VentureBeat" ausführlich berichtet. Neben einem neuen Tool für Kurzumfragen waren das unter anderem Unterstützung für die "Unity"-Game-Engine in Twitters "Fabric"-Toolset, erweiterte Funktionen im App-Monitoring von "Crashalytics", Unterstützung für E-Mail-Adressen im Authentifizierungsdienst "Digits", native Videoanzeigen in MoPub, eine Tweet-Vorschau zum Einbauen in Third-Party-Apps, ein neues "Publish"-Tools zum Einbinden von Twitter-Inhalten auf externen Webseiten, Fabric-Integrationen mit Stripe, AWS und Nuance, die Übernahme des Continuous-Deployment-Dienstes "Fastlane" (dessen Entwickler Felix Krause arbeitet künftig mit an Fabric) sowie last, but not least zwei neue APIs für den Firehose-Service "Gnip".