Bitkom-Zahlen

ITK-Markt wächst um 1,6 Prozent

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Der ITK-Branchenverband Bitkom musste seine Wachtsumsprognose für den ITK-Markt leicht zurücknehmen.
Wachstum im deutschen High-Tech-Markt.
Wachstum im deutschen High-Tech-Markt.
Foto: Bitkom

Trotzdem zeigte sich Verbandspräsident Dieter Kempf im Vorfeld der CeBIT bestens gelaunt: Erstmals knackt der deutsche Markt für Informations- und Kommunikationsdienste (IuK) die Umsatzschwelle von 150 Milliarden Euro (erreicht werden sollen 151 Milliarden Euro). Mit einem Plus von 1,6 Prozent liegt das Wachstum zwar leicht unter der Prognose vom Herbst vergangenen Jahres (zwei Prozent), doch im Vergleich zum deutschen Wirtschaftswachstum insgesamt ist die Performance - wie eigentlich immer in den vergangenen Jahren -deutlich besser.

Kempf sagte, die EU-weite Finanzkrise sorge bei vielen Anwenderunternehmen für Verunsicherung. Deshalb komme es zu der leichten Korrektur. Der reine IT-Sektor (ohne Kommunikation) soll nun 2012 ein Volumen von 72,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 70,2 Milliarden) erreichen. Dabei legt das Hardwaregeschäft der Prognose zufolge um drei Prozent zu, wobei das Segment der Tablet-Computer um fast 20 Prozent wachsen und für 1,3 Milliarden Euro Umsatz gut sein soll.

Noch stärker, nämlich um 4,4 Prozent, expandiert laut Bitkom das Softwaresegment. Kempf begründete diese Entwicklung mit dem großen Interesse an Infrastruktursoftware. Der Trend zum Cloud Computing mache neue Softwarearchitekturen notwendig, in die nun investiert werde. Der IT-Servicemarkt einschließlich Outsourcing, Services und Beratung wächst um 2,5 Prozent.

Datenverkehr explodiert in Mobilfunknetzen.
Datenverkehr explodiert in Mobilfunknetzen.
Foto: Bitkom

Negativ auf das Gesamtmarktwachstum wirkt sich erneut der Telekommunikationssektor aus, wo nur noch ein Plus von 0,6 Prozent auf 66,1 Milliarden Euro erwartet wird. Der seit Jahren rückläufige Umsatz mit Sprachdiensten im Festnetz und auch im Mobilfunk (minus 7 Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro) wird derzeit durch starkes Wachstum in anderen Segmenten, vor allem den mobilen Datendiensten, kompensiert. Der "Daten-Tsunami" werde mit fortschreitender Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs immer heftiger, so dass die Carrier viel Geld investierten, um den Ausbau ihrer Netze voranzutreiben.

Besonders schwer haben es in Deutschland derzeit die Anbieter von Unterhaltungselektronik. Bei einem Minus von 1 Prozent pendelt sich der Markt laut Prognose auf ein Volumen von 12,5 Milliarden Euro ein. Der Bitkom weist auf den enormen Preisverfall hin, der insbesondere Flachbildfernseher, aber auch Internet-fähige Geräte betreffe.