Messe-Chef Ernst Raue

"ITK ist der Schmierstoff für viele Geschäftsmodelle"

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Veranstalter und Verbände sind vor dem offiziellen Start der CeBIT optimistisch. Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer sprach vom Davos der Hightech-Industrie und Messe-Chef Ernst Raue vermeldete erstmals seit zehn Jahren wieder ein Wachstum der weltgrößten IT-Messe.

Die Erleichterung stand dem Messe-Chef ins Gesicht geschrieben. Erstmals seit zehn Jahren hätten die CeBIT-Veranstalter wieder ein Wachstum zu verbuchen. Mehr als 4200 Aussteller aus 70 Ländern haben in diesem Jahr ihren Weg auf das Messegelände in Hannover gefunden, verkündete Raue kurz vor dem Start. Im vergangenen Jahr standen am Ende 4150 Unternehmensnamen auf der Ausstellerliste.

Zu dem Wachstum beigetragen haben Raue zufolge auch neue Initiativen der Messegesellschaft. So ließen sich im Vorfeld mit Hilfe einer Internet-Plattform, auf der sich Interessen von Besuchern mit den Themen von Ausstellern verknüpfen lassen, leichter Geschäfte anbahnen. Messegäste könnten so ihren CeBIT-Besuch besser vorbereiten und Aussteller effizienter mit potenziellen Kunden in Kontakt treten. "ITK ist der Schmierstoff von vielen Geschäftsmodellen", lautet Raues Fazit zum CeBIT-Auftakt.

CeBIT: Das Davos der Hightech-Branche

Bitkom-Präsident Scheer nahm den Faden auf und verglich die IT-Messe mit dem jährlichen Treffen der Hochfinanz und Politik im schweizerischen Davos. "Die CeBIT ist das Davos der Hightech-Industrie." Eine Industrie, die sich momentan allerdings in einem Umbruch befindet, wie der Verbandschef nahtlos anfügte. Neue Techniken rund um das Cloud Computing würden weit reichende Veränderungen nach sich ziehen.

Foto: Bitkom

Offenbar nicht zum Schaden der hiesigen IT-Branche. "Die Auftragsbücher sind voll", vermeldete Scheer. Der Verband der Hightech-Industrie bekräftigte zum CeBIT-Auftakt seine Wachstumsprognose für den deutschen ITK-Markt. Nachdem die Geschäfte im vergangenen Jahr um 2,0 Prozent auf 142,7 Milliarden Euro zugelegt hatten, soll der Markt auch in diesem Jahr um 2,0 Prozent auf dann 145,5 Milliarden Euro wachsen. Auch für das kommende Jahr rechnen die Bitkom-Verantwortlichen mit einem Plus von 2,0 Prozent auf ein ITK-Marktvolumen von 148,4 Milliarden Euro. Dass die Wachstumsraten eventuell höher ausfallen als jetzt prognostiziert, will Scheer nicht ausschließen. "Eventuell erleben wir eine positive Überraschung."

Ihre Hoffnungen gründen die Bitkom-Verantwortlichen auf neue Techniken und Geschäftsmodelle rund um Cloud-Computing. Das spiegelt sich auch in den Prognosen der IT-Anbieter wieder. 62 Prozent der vom Bitkom befragten Hersteller bezeichneten die Cloud als das Top-Thema dieses Jahres. Schon 2010 wollen fast 30 Prozent der befragten Anbieter zehn Prozent und mehr ihres Umsatzes mit Cloud-Diensten erwirtschaften. Für das nächste Jahr rechnen bereits über die Hälfte der Firmen mit Cloud-Einnahmen im deutlich zweistelligen Umsatzanteil.