CW-Kolumne

IT-Wildwuchs bremst das Business

20.02.2013 | von 
Wolfgang Herrmann
Wolfgang Herrmann ist Chefredakteur der CW-Schwesterpublikation TecChannel. Er war zuvor stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Data Center, Virtualisierung, Open Source und Cloud Computing. Er studierte Betriebswirtschaft und arbeitete unter anderem für den Vogel Verlag, den PC Magazin Verlag und die Suse Linux AG.
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Auf den ersten Blick haben sich die Prioritäten deutscher IT-Verantwortlicher für 2013 kaum verändert. Das zeigt die Anwenderstudie IT-Kompass, die die COMPUTERWOCHE immer zum Jahresanfang gemeinsam mit IDC organisiert.
Wolfgang Herrmann, stellvertretender Chefredakteur
Wolfgang Herrmann, stellvertretender Chefredakteur

IT-Sicherheit steht laut dem IT-Kompass 2013 ganz oben auf der Liste der wichtigsten Aufgaben; hinsichtlich der verfügbaren IT-Budgets erwarten die Befragten wenig Bewegung. Abgesehen von der stetig wachsenden Bedeutung mobiler Devices scheinen Hype-Themen wie Big Data oder Social Networking die IT-Chefs nicht vom Hocker zu reißen.

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Umfrageteilnehmer beispielsweise dem Dauerbrenner "Server-Konsolidierung und -Virtualisierung" wieder mehr Beachtung schenken. Generell steht die Verbesserung der IT-Performance auf Platz zwei der IT-Prioritäten. Dazu passen die Anforderungen der Fachbereiche und des Business-Managements an die IT. Sie wünschen sich mehr Geschwindigkeit und Flexibilität. Dazu muss die IT im Backend effizient aufgestellt und beweglich sein. So verwundert es nicht, dass Unternehmen weiterhin ihre IT-Landschaft "standardisieren, konsolidieren und modernisieren", wie IDC-Analyst Matthias Kraus kommentiert, denn: "Der IT-Wildwuchs ist noch lange nicht gelichtet."

Virtualisierung ist auf diesem Weg noch immer DIE Schlüsseltechnik. Infrastruktur-Experten wie der Forrester-Analyst Dave Bartoletti konstatieren denn auch: Das Potenzial der x86-Server-Virtualisierung ist noch längst nicht ausgereizt. Dabei geht es immer weniger um die blanke Hypervisor-Technik, die im Grunde nichts anderes als einen "Container" für virtuelle Maschinen bereitstellt. Richtig interessant, vulgo: effizienzsteigernd, wird Virtualisierung erst, wenn Unternehmen etwa die immer ausgefeilteren Funktionen zur Automatisierung und zum Performance-Management nutzen. Hinzu kommt der anhaltende Kostendruck, der IT-Verantwortliche zwingt, auch die Kosten ihrer virtuellen Umgebungen gegenüber dem Business transparent zu machen. Davon sind die meisten Organisationen noch weit entfernt. Dass die Virtualisierung in all ihren Facetten bis hin zur (Hersteller-)Vision eines Software-defined Data Center auf der Agenda der IT-Chefs bleiben wird, ist deshalb keine allzu gewagte Prognose.

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