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IT-Veteran Bill Joy will sich um Open-Source-Startup kümmern

19.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun-Microsystems-Mitbegründer Bill Joy wird künftig im Board des US-amerikanischen Open-Source-Startups Spikesource Inc. sitzen. Das im Jahr 2003 gegründete Unternehmen bietet Zertifizierungen und Support-Services für konfigurierte Software-Stacks aus dem Open-Source-Lager an. Die Pakete basieren auf Linux, dem Apache Web Server, der Datenbank MySQL, dem JBoss Application Server, Python und PHP. Nachdem Spikesource im September 2004 mit seinem Angebot auf den Markt gekommen war, haben im vergangenen Mai Investoren, darunter Fidelity Ventures, Intel Capital und Omidyar Network, fast 13 Millionen in das Startup investiert.

Über die Beweggründe Joys, Spikesource mit unter seine Fittiche zu nehmen, ist nichts Näheres bekannt. Suns ehemaliger Chefentwickler war seit Gründung des Server-Spezialisten im Jahr 1982 entscheidend am Design der Sparc-Prozessorarchitektur, der Entwicklung des Betriebssystems Solaris und der Geburt von Java beteiligt. Im September 2003 verließ Joy Sun Microsystems (siehe: "Mitbegründer Bill Joy verlässt Sun"), um sich neuen Herausforderungen zu widmen, wie es damals offiziell hieß. Gerüchte, er werde sich einem anderen Technologieunternehmen anschließen, bewahrheiteten sich indes nicht. Im Januar dieses Jahres ging der Technik-Guru als Venture-Partner zur Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers (siehe: "Bill Joy wird Venture-Capitalist"). Die Kapitalgeber waren unter anderem bei der Geburtsstunde von Spikesource mit dabei.

Bei Spikesource hat sich in den vergangenen Monaten eine illustre Gesellschaft von IT-Größen versammelt. Neben Joy finden sich der ehemalige Oracle-President Ray Lane als Chairman und die Marimba-Gründerin Kim Polese im Managment des Startup. Mit Polese teilt Joy alte Sun-Erinnerungen. Bevor sie 1996 Marimba gründete, begleitete Polese als Sun-Managerin maßgeblich den Java-Launch im Jahr 1995. (ba)