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IT- und Telekom-Branche immer wichtiger

21.02.2006
Die wirtschaftliche Bedeutung der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche in Deutschland nimmt immer weiter zu. Im Jahr 2004 hatte der Wirtschaftszweig bereits einen Anteil von 6,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt, 1995 waren es erst 4,7 Prozent.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Frankfurt mit. Insgesamt sei ihr Gewicht inzwischen vergleichbar mit dem der Baubranche, die im gleichen Zeitraum deutliche Einbußen hinnehmen musste.

"Das sind Verschiebungen von ganz großer Bedeutung, das Wort dramatisch ist angemessen", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, wenige Tage vor Beginn der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover (9. bis 15. März). Erstmals seit zehn Jahren seien auch wieder mehr IT-Produkte exportiert als nach Deutschland importiert worden. Besonders gefragt ist im Ausland die Messtechnik "made in Germany". Die Branche beschäftigte 2004 rund 1,3 Millionen Menschen - 300.000 mehr als 1995.

Bei der Internet-Nutzung liegt Deutschland im Vergleich mit den alten EU-Ländern klar über dem Durchschnitt von 53 Prozent. Hierzulande surften im vergangenen Jahr 62 Prozent der Haushalte im weltweiten Datennetz, in Internet-begeisterten Ländern wie Schweden sind es jedoch deutlich mehr. Beim Anteil der schnellen Breitbandanschlüsse liegt Deutschland mit 23 Prozent jedoch unter dem EU-Schnitt (25 Prozent). Die Zahlen unterscheiden sich wegen der unterschiedlichen Erhebungsverfahren zum Teil von denen, die der Branchenverband Bitkom in der vergangenen Woche vorgelegt hatte, spiegeln aber die gleichen Trends wider.

Deutsche zwischen 16 und 74 Jahren zeigen sich besonders einkaufsfreudig im Internet: 32 Prozent von ihnen kauften im ersten Quartal 2005 online ein, europaweit waren es nur 20 Prozent. Bei Männern waren Bücher am gefragtesten, bei Frauen Kleidung. Haushalte mit geringem Einkommen verfügen weniger häufig über eine Anbindung ins Datennetz. Bei den Unternehmen ab zehn Mitarbeitern dürfte nach Angaben der Statistiker mit einem Anteil von 94 Prozent bei den Internet-Zugängen inzwischen eine obere Grenze erreicht worden sein. (dpa/tc)