Jobkombination mit Zukunft
IT und Logistik

Foto: Joachim Wendler
Die Welt wird mobil. Beispiel car2go - das Car-Sharing-Angebot von Daimler für kurzzeitige Miete von Autos in Innenstädten. Über Smartphone-Apps können Interessenten feststellen, ob gerade in ihrer Nähe ein Auto steht und frei ist. Ist dem so, navigiert ihn eine andere App dorthin. Er öffnet das Auto mit einer Chipkarte, fährt los und lässt das Fahrzeug am Zielort einfach stehen. Dort wartet es auf den nächsten Kunden. Gut 4000 Autos hat Daimler in elf Städten im Einsatz, darunter Amsterdam, Berlin, Vancouver und Washington DC.
Michael Kuger, 24, studierter Informationslogistiker, entwickelt bei der Daimler-Tochter TSS in Ulm solche Apps. "Meinen Job könnten auch reine Informatiker machen, aber die Informationslogistik macht es mir einfacher, ein alltagstaugliches Produkt zu entwickeln, weil das Studium ein Grundverständnis um logistische Prozesse vermittelt" - Anwenderbezug eben. Bei car2go ist es das Wissen, wie ein Fahrzeug gemietet wird.

Foto: Privat
In der Logistik ist es wie in anderen Industrien: Das technische Rüstzeug für ihren Job haben Informatiker im Studium gelernt, Branchenwissen lernen sie erst in der Praxis. Mit Ausnahme spezieller Studiengänge wie der Informationslogistik. Das sind Exoten, aber die Logistik braucht viele Informatiker. Informationslogistiker können deren Maßstab sein. Den deutschlandweit einzigartigen Bachelor-Studiengang Informationslogistik gibt es seit fünf Jahren an der Hochschule für Technik in Stuttgart. "Er ist eine Kombination aus IT und Logistik", sagt Studiendekan Volker Coors. IT helfe, dass das richtige Produkt im richtigen Zustand, zur rechten Zeit, am rechten Ort sei und das bei minimalen Kosten. "Doch Logistik ist häufig komplex und IT daher unverzichtbar." Ein Beispiel: von der Kuh auf der Weide bis hin ins Kühlregal im Supermarkt müsse heute der Weg der Milch lückenlos nachvollziehbar sein. Dahinter stecken gesetzliche Vorschriften und die Ansprüche von Logistikern und Kunden, die stets wissen wollen, wo sich das Produkt gerade befindet.
Im Grundstudium hören die Studenten Vorlesungen in Mathematik, Informatik und logistischen Themen aus der Betriebswirtschaftslehre. Später können sie aus Softwareentwicklung oder Identifikationstechniken ein Schwerpunktfach wählen. In der Softwareentwicklung geht es beispielsweise um mobile Systeme, bei den Informationstechniken ist es die Funkerkennung RFID. Etwa 15 bis 20 Absolventen verlassen jährlich die Stuttgarter Universität, 20 Prozent machen einen Master, beispielsweise in Informationslogistik an der Universität Duisburg-Essen.
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Michael Martin
cool!