IT-Strategie bei Nordzucker: Mit Netweaver von der Rübe zum Kunden

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Auf die 2006 bevorstehende Neuordnung des europäischen Markts bereitet sich die Nordzucker AG, Braunschweig, vor - mit einer IT, die nicht mehr den Erzeuger, sondern den Abnehmer und das Personal in den Mittelpunkt stellt. CIO Torsten Niemietz setzt dabei vor allem auf SAPs "Netweaver"-Technik.

Dass die SAP in etwa acht Jahren den Support für R/3 einstellen will, berührt Niemietz nur am Rande: "Mich interessieren eher die nächsten zwei Jahre als das, was 2012 passiert", kommentiert der Nordzucker-CIO die Sorgen vieler SAP-Kunden (COMPUTERWOCHE berichtete). Bis der Softwareanbieter den Support für R/3 aufgebe, werde Nordzucker noch einige Software-Ugrades erleben und sich damit auf jeden Fall innerhalb des von SAP unterstützten Release-Bereichs befinden. Derzeit steigt das Unternehmen von R/3 4.5.B auf das "Enterprise"-Release 4.7 um.

Als "Best Practice" bezeichnet Niemietz die Strategie, niemals die allerneueste Ausführung der SAP-Software einzusetzen. "Aktuelles Release minus eins", so formuliert er die Marschrichtung. Ganz konsequent ist er dabei nicht. Schließlich hat er sich bei der SAP um die Teilnahme am "Ramp-up" (so die SAP-Bezeichnung des hauseigenen Pilotkundenprogramms) für "Netweaver 04" beworben.

Auch Niemietz ist nicht ganz klar, was genau sich hinter der angefügten Jahreszahl "04" verbirgt. Aber er weiß zumindest, welche Komponenten aus dem "Netweaver-Stack" Nordzucker benötigt. Da wäre zum einen das aktuelle Release 3.0 der "Exchange Infrastructure" (XI). Bislang bindet der Zuckerproduzent die nicht SAP-basierenden Systeme auf den Höfen der Rübenbauern mit Hilfe der kostenlos angebotenen "Business Connectors" an. Wie der IT-Chef erläutert, bereitet dieses Integrationswerkzeug im Zusammenspiel mit dem Kommunikationsstandard Electronic Data Exchange (EDI) ab und an Probleme. Von daher empfehle sich der Wechsel auf die neue und für SAP "strategische" Technik.

Ebenfalls zu den Netweaver-Komponenten zählt der "Web Application Server" (WAS), den Nordzucker bereits als Entwicklungsplattform nutzt - derzeit in der Ausführung 6.20. Im Rahmen des Referenzkundenprogramms steht der Umstieg auf 6.30 an.