Weniger IT-Projekte

IT-Servicemarkt wächst langsamer als erwartet

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Die Krise trifft nun auch das Geschäft mit IT-Diensten. Nur das Outsourcing-Segment soll in diesem Jahr noch zulegen.

Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage haben die Marktforscher von IDC ihre Prognosen für den westeuropäischen IT-Servicemarkt für 2009 um zwei Prozentpunkte nach unten korrigiert. Demnach soll das Geschäft mit IT-Dienstleistungen in diesem Jahr nur noch um 0,6 Prozent zulegen. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 werde sich der Markt wieder langsam erholen und damit aufs ganze Jahr gerechnet um 2,2 Prozent wachsen. Für den Zeitraum 2009 bis 2013 rechnen die Experten mit einer durchschnittlichen Steigerung von 3,7 Prozent per annum.

Vor dem Hintergrund der Krise frieren die Anwenderunternehmen vor allem ihre nicht-diskreten Ausgaben ein, begründet IDC die neuen Prognosen. Weil immer weniger neue IT-Projekte grünes Licht erhielten, sollen die Projekt-bezogenen Aktivitäten in diesem Jahr um 1,4 Prozent zurückgehen. "Viele Vorhaben werden verschoben, in ihrem Umfang beschnitten oder in Einzelteile zerlegt", beschreibt Laura Converso, Research Manager bei IDC Europe. Dass Projekte komplett gestoppt werden, sei allerdings nur in Einzelfällen zu erwarten. "Die IT-Entscheidungen verzögern sich zwar, aber an Aktivitäten in Sachen Risiko-Management, M&A-Integration sowie an Vorhaben, die auf weitere Einsparungen abzielen, werden die Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit festhalten", so die Expertin.

Wachstumsmotor ist nach wie vor das Outsourcing-Segment, auch wenn es zunehmend unter einem hohen Preisdruck leidet. Da Outsourcing jedoch weniger zyklischen Gegebenheiten unterworfen sei als etwa die Systemintegration oder Beratung, rechnet IDC hier mit einem Wachstum von 4,4 Prozent. Das Hauptmotiv für Auslagerungen ist und bleibt Kostensenkung. Die meisten Anwender bestehen jedoch nach wie vor auf hoher Qualität. Auch Outsourcing-Anbieter, die über Offshore-Kapazitäten verfügen, kommen gut an, beobachten die Experten.

Den größten Einbruch erwartet IDC im Bereich Wartung und Support sowie Training. Da die meisten Anwender ihre Support-Ausgaben auf ein Minimum zurückfahren, werden die Umsätze in diesem Segment um zwei Prozent sinken. Das Geschäft mit IT-Aus- und Weiterbildung soll angesichts des drastischen Rückgangs von Hard- und Softwarebestellungen sogar um fünf Prozent schrumpfen.