IT-Projektarbeit geht an die Substanz

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Permanenter Zeitdruck, widersprüchliche Arbeitsanforderungen und überlange Arbeitszeiten - IT-Spezialisten weisen viermal häufiger Stress-Symptome auf als der Durchschnitt deutscher Beschäftigter, so eine aktuelle Untersuchung.

"Der IT-Sektor stellt eine Art Leitbranche für die Arbeit in der Wissensgesellschaft dar, die für die öknomische Entwicklung eine wichtige Rolle spielt", so Anja Gerlmaier vom Institut für Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen, die die Studie verfasste. Insofern präge der Sektor das allgemeine Bild vom modernen Arbeiten. Wenn die Einschätzung zutrifft, sieht dieses Bild nicht gut aus: Gerlmaier prophezeit chronisch übermüdete Zyniker, desillusioniert und ausgebrannt. Das, was sie an ihrem Beruf schätzen - interessante Aufgaben und das Gefühl, sich selbst zu verwirklichen - reicht nicht mehr aus, um die Frustration zu stoppen.

Als konkrete Stressfaktoren in IT-Projekten nennen die IAT-Wissenschaftler:

- Widersprüchliche Arbeitsziele, wenn Kunden während der Arbeit am Projekt Zusatzaufträge erteilen, die ursprünglich vereinbarten Aufgaben aber trotzdem termingerecht und ohne zusätzliche Kosten erfüllt werden müssen;

- Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen, etwa wenn Mitarbeiter unangemessene Hard- und Software zur Verfügung haben;

- Lernrestriktionen, wenn Mitarbeiter Software für Kunden erstellen müssen, ohne deren Echtbetrieb zu kennen;

- Widersprüche, wenn IT-Spezialisten entgegen ihren Ansprüchen an die eigene Professionalität nicht ausreichend getestete Systeme ausliefern, weil an Testbudgets gespart wird;

- Widersprüche zwischen arbeits- und lebensweltlichen Anforderungen, wenn wegen des hohen Termindrucks regelmäßig am Wochenende gearbeitet wird und die IT-Fachleute nicht mehr dazu kommen, ihre Familie zu sehen.

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