IT-Profis müssen sich mit wenigen Jobs begnügen

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Nach elf Monaten muss man eine nüchterne Bilanz des IT-Arbeitsmarktes ziehen: Nachdem sich die Zahl der Stellen in den Tageszeitungen schon im Jahr 2001 um 37 Prozent reduziert hatte, schrumpfte das Jobangebot von Januar bis November 2002 um weitere 65 Prozent.

Auch zum Jahresschluss kann der IT-Arbeitsmarkt nicht mit besseren Nachrichten aufwarten als in den vergangenen Monaten: Laut Analyse von Adecco erschienen in diesem Jahr nur noch 22 919 IT-Stellenangebote in den untersuchten 40 Tageszeitungen, im Jahr zuvor waren es 65 060 Offerten oder 65 Prozent Angebote mehr.

Bis auf Behörden, Hochschulen und Forschungsinstitute sowie mit einigen Abstrichen auch die Maschinen- und Fahrzeugbauindustrie haben alle Branchen ihren Bedarf an IT-Experten erheblich zurückgeschraubt. Am besten kommen noch die CAD/CAM-Experten weg, die mit 5404 Jobangeboten die gesuchteste Spezies unter den einzelnen Berufsgruppen waren. Sie fanden vor allem in Maschinen- und Fahrzeugbaufirmen, aber auch in Konstruktionsbüros oder in Hochschule und Forschung ihre Arbeitgeber.

An zweiter Stelle rangieren die Software- und Anwendungsentwickler mit 4659 Offerten, die in der Vergangenheit immer mit großem Abstand den ersten Platz innehatten. Programmierer werden aber in fast allen Branchen gesucht, angefangen von den DV-Beratungs- und Softwarehäusern, die traditionell hier den höchsten Bedarf haben, über Elektronik bis hin zur Telekommunikation.

Mitarbeiter, die sich auf den IT-Vertrieb spezialisiert haben, konnten in diesem Jahr unter 2325 Stellenangeboten (Vorjahr: 7216) auswählen und wurden in erster Linie von Software- und Systemhäusern nachgefragt. Letztere hatten auch den größten Bedarf an System- und Datenbankspezialisten, die auch bei Behörden, Hochschulen und Forschungsinstituten gut unterkamen. Insgesamt reduzierte sich das Angebot für Datenbank- und Systemspezialisten von 10 361 auf 3460 Jobs.

Noch empfindlichere Einbrüche mussten die Netzwerkprofis (von 3187 auf 980 Angebote) und Internet-Profis wie Webmaster oder Content-Manager hinnehmen (von 4023 auf 664). Beide Gruppen werden in den meisten Branchen nur noch vereinzelt nachgefragt - die Ausnahme bildet auch hier wieder der öffentliche Dienst, der in diesem Jahr über 300 offene Jobs allein für Systemadministratoren hatte. Zum Vergleich: Die Chemie- und Pharmaindustrie suchte gerade einmal 34 Administratoren über das ganze Jahr verteilt.